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Ausprägungen des Vandalismus gegen Kulturgüter

Ausgabe 21/2023
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Ausgabe 21/2023
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Wir haben uns mittlerweile an die unterschiedlichen Folgen von Vandalismus gewöhnt: Sachbeschädigungen an und in Gebäuden, in und an Fahrzeugen und an Einrichtungen von Unternehmen bzw. der öffentlichen Hand. Die Maßnahmen dagegen wirken nur punktuell – viele Gebäudebetreiber sind mittlerweile ratlos.

Was vielleicht nur wenigen bekannt ist: Im 5. Jahrhundert plünderte ein germanisches Volk („Vandalen“) in Rom, raubte Wertgegenstände, zerstörte sie aber nicht. Im 19. Jahrhundert bezog man den Begriff Vandalismus dann jedoch auf die Beschädigung oder Zerstörung von Kulturgut. Heute steht er ganz allgemein für anonyme Sachbeschädigung, vornehmlich im öffentlichen Raum.

Die Autoren des durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geförderten „Sicherheitsleitfaden Kulturgut“ www.silk-tool.de (Kurzlink https://tinyurl.com/7k8yp9hj) haben sich die Mühe gemacht, die unterschiedlichen Motive für Zerstörungen und Beschädigungen nach Motiven, Ursachen und Anlässen aufgeschlüsselt aufzuführen. Nachfolgend eine Zusammenfassung mit Überlegungen zu möglichen Gegenmaßnahmen, z. B. in Museen:

Blinde Zerstörungswut
Am prägendsten ist die Lust an einer Zerstörung aus einer aggressiven Grundstimmung heraus, sei es aus Imponiergehabe oder als Mutprobe, als falsch verstandene Selbstbestätigung oder Feindersatz. Installationen, Gegenstände, Gebäude usw. werden aus einer Position der Ablehnung aus Un- oder Missverständnis heraus als sinnlos beurteilt und angegriffen. Verstärkt wird dies bei Alkohol- und Drogeneinfluss. Wie kann man sich davor schützen? Eigentlich nicht, denn diese Ereignisse können an jeder Stelle zu jedem Zeitpunkt stattfinden. Präventiv kann man hier durch Überwachung (technisch, personell) entgegenwirken. Unabhängig davon muss das Thema „Werte und Wertevermittlung“ gesellschaftlich aufbereitet werden.

Bewusstseinseinschränkende Faktoren
Eine weitere Ursache für Vandalismus können bewusstseinseinschränkende Faktoren, wie Neurosen, Depressionen und Wahnvorstellungen sein. Die davon betroffenen Menschen begehen hinsichtlich Motivation und Hintergrund nicht nachvollziehbare Zerstörungshandlungen. Es ist deshalb wichtig, auch solche Erscheinungsformen in die Betrachtung von Gefährdungen einzubeziehen und solche Taten durch eine Staffelung von Sicherheitsmaßnahmen möglichst zu minimieren.

Politische und religiöse Motive
Auch politische und religiöse Motive können Triebkräfte für die bewusste und gezielte Vernichtung und Beschädigung von Werten sein. Diese Form ist bisher in Deutschland und Europa selten gegeben. Und sie tritt auf, wenn durch Darstellungen politische oder religiöse Missverständnisse oder Verstimmungen ausgelöst werden. Da solche Triebkräfte präventiv schwer einschätzbar sind, sollten auch hier Überwachungsmaßnahmen vorgesehen werden.

Vertuschung von Straftaten
Im Zusammenhang mit Einbrüchen und nachfolgenden Diebstahlshandlungen werden nicht selten bewusste Zerstörungen des Tatumfeldes bis hin zur vorsätzlichen Vernichtung, etwa durch Legen eines Feuers, durchgeführt. Ziel ist die Verschleierung der eigentlichen Straftat bzw. das Verwischen von Täterspuren. Dabei ist der Umfang der Folgeschäden durch diese Art von Vandalismus häufig wesentlich höher als die eigentliche Tat. Eine bewusste Zerstörung und Vernichtung von Werten werden billigend in Kauf genommen. Das Sicherheitskonzept muss hier geeignete und angemessene Schutzmaßnahmen zur Behinderung bzw. Verhinderung der eigentlichen Tat aufzeigen, um die Folgehandlungen zu verringern bzw. die möglichen Folgeschäden zu minimieren.

Ökonomische Motive
Letzten Endes sind Diebstähle aus Museen aus ökonomischen Motiven auch eine Sonderform von Vandalismus. Kunstwerke werden vollständig vernichtet, in einem erheblichen Maß geschädigt oder so aus ihrem künstlerischen Zusammenhang gerissen, dass in der Regel irreparable Schäden entstehen. Hier ist man seit einigen Jahren dabei, die entsprechenden Schutzkonzepte auf ein neues Niveau zu heben.

Wer sich professionell mit dem Thema beschäftigen will, dem empfehle ich die Veranstaltung der SIMEDIA Akademie „Sicherheit für Museen und Kulturschätze – Professionelle, ganzheitliche und zeitgemäße Schutzkonzepte“. Sie findet statt in Berlin vom 23. bis 24.11.2023 und möchte zeitgemäße Präventionslösungen aufzeigen. Weitere Einzelheiten sind auf www.museumssicherheit.simedia.de zu finden. Transparenzhinweis: Die SIMEDIA Akademie gehört wie der Sicherheits-Berater zur VZM-Gruppe. Ich selbst bin Moderator dieser Veranstaltung.

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