Es ist nicht allzu lange her, dass die Rauchwarnmelderpflicht flächendeckend in Deutschland eingeführt wurde. Jede Wohnung, besser gesagt alle Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, die als Rettungswege dienen, sind mit Rauchwarnmeldern auszustatten. Seit deren Einführung haben diese nachweisbar einigen Menschen das Leben gerettet. Das jedenfalls geht aus einer Studie „Wirksamkeit der Rauchwarnmelderpflicht“ aus dem Jahre 2020 hervor. Die Autoren Dr. Sebastian Festag, Risikoforscher beim renommierten Brandmeldeanlagenhersteller Hekatron Brandschutz, und Dr. Marion Meinert, haben demnach festgestellt, dass durchschnittlich pro Jahr 68 Personen bei Bränden vor dem Tod durch die Rauchwarnmelder gerettet worden sein sollen. Die Studie betrachtete den Zeitraum von 1998 bis 2016 in den einzelnen Bundesländern bzw. die Wirksamkeit von Rauchwarnmeldern und fasste die Resultate für Deutschland zusammen. Sie ist auf www.hekatron-manufacturing.de, Kurzlink https://bit.ly/3GaXlyH, noch zu finden.
Unter diesem Licht betrachtet ist die Rauchwarnmelderpflicht also eine gute Sache. Sie hat jedoch nicht verhindern können (und das wird auch keine „Pflicht“, die zum Schutz von Menschenleben beiträgt, leisten können), dass auch künftig immer wieder Todesfälle zu beklagen sein werden. Eine gesetzliche Reglementierung mildert zugegebenermaßen den Schaden, verhindern kann sie ihn aber nicht.
Jetzt scheint sich wieder etwas Ähnliches wie die Rauchwarnmelderpflicht anzubahnen. Dabei geht es um Kohlenmonoxidmelder. Die Initiative „CO macht KO“ (www.co-macht-ko.de) möchte die Bevölkerung in Deutschland über die von Kohlenmonoxid ausgehende Gefahr aufklären. Sie empfiehlt, in Räumen mit brennstoffbetriebenen Geräten, in Schlafzimmern sowie in Wohn- oder Arbeitszimmern Kohlenmonoxidmelder zu installieren. Dies kann man nur unterstützen, denn die Gefahr, die von Kohlenmonoxid ausgeht, ist vielen Menschen nicht bewusst. Ordentliche Mitglieder sind, logischerweise, größtenteils Hersteller von Kohlenmonoxidmeldern.
Noch ist es allerdings nicht so weit, dass der Gesetzgeber darin involviert ist, aber dies könnte in Zukunft durchaus der Fall sein, denn in den letzten Monaten hat man eine starke Zunahme an Installationen von Kaminen, Kaminöfen etc. registriert. Und man kann jetzt schon kühn behaupten, dass nicht alle diese Feuerstellen fachgerecht errichtet und vom Fachmann abgenommen worden sind. Es ist also eine Frage der Zeit, bis eine deutliche Zunahme an Toten durch Kohlenmonoxidvergiftung zu beklagen sein wird.
Verstehen Sie mich nicht falsch, Prävention ist natürlich immer gut, aber eine erzwungene Sicherheit, die die gesamte Bevölkerung mit den entsprechenden Kosten belastet, um gegebenenfalls in der Größenordnung von wenigen ppm (parts per million) Schutz zu generieren, ist nicht zielführend.
Lassen Sie uns die Situation einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Es besteht gegenwärtig in Deutschland keine gesetzliche Helmpflicht für Radfahrer – und das, obwohl jedes Jahr (im Durchschnitt der letzten vier Jahre) über 400 Tote Radfahrer jährlich zu beklagen sind (übrigens vergleichbar mit der Zahl an Brandtoten). Auch hier gilt es seit Jahrzehnten, dass es jeder einzelne von uns selbst in der Hand hat, sich zu schützen, wenn man der Meinung ist, dies sei erforderlich. Dabei sollte man es auch belassen und nicht durch Gesetze Pflichten in allen Lebensbereichen vorschreiben. Es wird ja auch vom Gesetzgeber und von der Gesellschaft geduldet, dass sehr gefährliche Sportarten ausgeübt oder legale Drogen konsumiert werden können, die nachweislich auch zum Tod führen können.
Übrigens, ich habe zuhause einen Kohlenmonoxidmelder installiert und trage beim Fahrradfahren stets einen Helm …

