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Sicherheitstechnik

Komponenten und Schnittstellen checken

Ausgabe 5/2023
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Ausgabe 5/2023
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Integrationstests für die Sicherheitstechnik werden durchgeführt, um sicherzustellen, dass mehrere Komponenten eines Sicherheitssystems korrekt zusammenwirken. Dazu gehört auch das Testen der Schnittstellen zwischen den einzelnen Systemkomponenten.

Ein Beispiel für einen Integrationstest könnte das Auslösen eines Alarms durch das Öffnen einer Tür oder das Eindringen in einen geschützten Bereich sein. Dabei wird überprüft, ob die verschiedenen Systemkomponenten richtig funktionieren, z. B. ob Sensoren wie gewünscht auf Eindringlinge reagieren, ob Alarmgeber richtig auslösen und ob Überwachungskameras richtig aufzeichnen. Integrationstests dienen auch dazu, die Kommunikation zwischen den Komponenten zu testen, z. B. ob ein Alarmgeber eine Benachrichtigung an eine Zentrale sendet, wenn er ausgelöst wird.

Tipps zum Durchführen von Integrationstests

1.  Planung:

Eine gründliche Planung ist der Schlüssel zum erfolgreichen Durchführen von Integrationstests. Dies beinhaltet die Definition der Anforderungen an das System, die Erstellung von Testfällen und die Auswahl der geeigneten Testumgebung. Zudem helfen Checklisten bei der strukturierten Durchführung der Tests.

2.  Komponententests:

Bevor man mit Integrationstests beginnt, sollten die einzelnen Komponenten des Systems getestet werden, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß funktionieren. Dies sollte man immer bei den Errichterfirmen vor Testbeginn abfragen. Diese 1:1-Tests stellen somit eine wesentliche Voraussetzung für die Integrationstests dar.

3.  Dokumentation:

Es ist wichtig, die Ergebnisse der Integrationstests sorgfältig zu dokumentieren, um sicherzustellen, dass alle Fehler, die aufgedeckt werden, auch behoben werden. Dazu können auch die Aufzeichnungen der jeweiligen Zentralentechnik, der Gebäudeleittechnik oder des Sicherheitsmanagementsystems herangezogen werden.

4.  Testumgebung:

Es ist wichtig, eine realistische Testumgebung zu haben, die so nah wie möglich an der produktiven Umgebung ist, damit die Ergebnisse der Integrationstests auf reale Situationen übertragbar sind. Beispiel: Einen Einbruch mit einem Brecheisen auf eine überwachte Tür wird man nur schwer simulieren können, ohne die Tür zu zerstören. Die Öffnung der Tür mit einem Schlüssel könnte aber eine ähnliche Alarmauslösung simulieren.

5.  Regelmäßigkeit:

Regelmäßig durchgeführte Integrationstests helfen dabei, sicherzustellen, dass das System ordnungsgemäß funktioniert und dass jede Änderung oder Aktualisierung, die durchgeführt wurde, keine negativen Auswirkungen auf die Integrität des Systems hat.

6.  Fehlerbehebung:

Es ist wichtig, schnell auf Fehler zu reagieren und sie so schnell wie möglich zu beheben, um die Integrität des Systems sicherzustellen.

7.  Risikoanalyse:

Es ist wichtig, das Risiko von Integrationsfehlern zu analysieren und gezielt diejenigen Komponenten zu testen, die ein höheres Risiko aufweisen.

8.  Rückwirkungsfreie Tests:

Mögliche Auswirkungen bei negativ durchgeführten Tests, zum Beispiel auf die Anlagentechnik selbst oder betroffene anderen Gewerke, sind zu vermeiden. Die Produktivität des eigenen Geschäfts der Anlagenbetreiber darf nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Hierzu zählt auch, dass zum Beispiel Aufschaltungen auf hilfeleistende Stellen (Polizei, Feuerwehr) während der Testphase deaktiviert werden. Es muss ja nicht nach jedem Test die Feuerwehr oder Polizei auf dem Hof stehen.

Häufige Fehler, die bei Integrationstests aufgedeckt werden

1.  Inkonsistenz:

Verschiedene Komponenten des Systems können unterschiedliche Erwartungen oder Anforderungen haben, was zu Inkonsistenzen führen kann, wenn sie miteinander interagieren.

2.  Kompatibilitätsprobleme:

Integrationsprobleme können auftreten, wenn die Komponenten des Systems nicht miteinander kompatibel sind, z. B. wenn unterschiedliche Protokolle oder Standards verwendet werden.

3.  Konfigurationsfehler:

Ein falsch konfiguriertes System kann dazu führen, dass es nicht richtig funktioniert oder nicht richtig getestet werden kann.

4.  Performanceprobleme:

Integrationstests können Performanceprobleme aufdecken, wenn das System unter Last nicht ordnungsgemäß funktioniert oder wenn die Reaktionszeiten unzureichend sind.

5.  Dateninkonsistenzen:

Integrationstests können Dateninkonsistenzen aufdecken, wenn die Daten, die von verschiedenen Komponenten des Systems verarbeitet werden, nicht miteinander übereinstimmen.

6.  Fehlerhafte Anforderungen:

Integrationstests können fehlerhafte Anforderungen aufdecken, wenn die Anforderungen an das System nicht korrekt definiert sind oder wenn sie sich während der Entwicklung geändert haben.

7.  Unvollständige Testfälle:

Integrationstests können unvollständige Testfälle aufdecken, wenn die Testfälle nicht alle möglichen Szenarien abdecken und dadurch Fehler im System übersehen werden.

Beispiel einer Checkliste für Einbruchmeldeanlagen

  1. Überprüfung der ordnungsgemäßen Installation aller Komponenten
    (Sensoren, Alarmgeber, Steuerungseinheit)
  2. Prüfung der Verkabelung auf Korrektheit und Vollständigkeit
  3. Test der Sensoren auf richtige Empfindlichkeit und Auslösung
  4. Überprüfung der richtigen Konfiguration der Steuerungseinheit (z. B. Zeitpläne, Benachrichtigungseinstellungen, Berechtigungen, Sicherheitsbereiche)
  5. Test des Alarmierungsprozesses vom Anfang bis zum Ende (z. B. Auslösen des Alarms durch Testsignale von Sensoren, Überprüfen von Schnittstellen zu anderen Systemen, z. B. zu Videokameras)
  6. Test der Zwangsläufigkeit (z. B. durch offenstehendes Fenster)
  7. Test der Schnittstellen zu anderen Systemen (z. B. Abschaltung von Ausweislesern oder Aktivierung von Fluchtwegesicherungssystemen)
  8. Überprüfung der Anbindung an externe Alarmempfänger (z. B. Wachschutz, Polizei)
  9.  Test des Stromversorgungssystems und der Notfallbetriebsfähigkeit, z. B. durch Abschalten der Stromversorgung
  10. Durchführung einer Funktionsprüfung unter normalen und abnormalen Bedingungen (z. B. bei Tag- und bei Nacht, bei Regen, Nebel oder Schnee)
  11. Überprüfung der Einhaltung der geltenden Normen und Vorschriften (z. B. Prüfung des VDS-Errichter-Attests)
  12. Überprüfung der Benutzerdokumentation und Schulungsmaterialien für die Bedienung der Einbruchmeldeanlage
  13. Überprüfung der Wartung und des Support-Plans
  14. Dokumentation aller Testschritte und Ergebnisse

Beispiel einer Checkliste für Videoüberwachungsanlagen

  1.   Überprüfung der ordnungsgemäßen Installation aller Komponenten (Kameras, Überspannungsschutz, Server, Switche)
  2.   Prüfung der Verkabelung auf Korrektheit und Vollständigkeit
  3.   Einrichtung und Konfiguration des Video-Servers
    (z. B. Sabotageeinstellungen, Vollständigkeit der Kameras im System, Bedienoberfläche)
  4. Test des Video-Streams auf verschiedenen Endgeräten
  5. Überprüfung der Aufzeichnungsfunktion
  6. Test der Steuerung der Kameras (z. B. Bewegung, Zoom)
  7. Test von Schnittstellen zu alarmgebenden Systemen (z. B. Einbruchmeldeanlage, Zutrittskontrolle oder Perimeterdetektion)
  8. Test der Benutzerauthentifizierung und Berechtigungen
  9. Überprüfung der Netzwerkeinstellungen und Firewall-Regeln
  10. Überprüfen der Videobildqualität (z. B. durch Testtafel gem. DIN EN 62676-4 Anhang C)
  11. Durchführung von Leistungstests (z. B. Anzahl gleichzeitiger Verbindungen)
  12. Überprüfung der Notfall- und Alarmfunktionen
  13. Ggf. Überprüfen der Notstromversorgung oder des Verhaltens bei Stromabschaltung und wieder Zuschaltung
  14. Überprüfung der Benutzerdokumentation und Schulungsmaterialien für die Bedienung der Anlage
  15. Überprüfung der Wartung und des Supportplans
  16. Dokumentation der Testergebnisse und Durchführung von Nachbesserungen falls nötig

Beispiel einer Checkliste für Zutrittskontrollanlagen

  1.  Überprüfung der ordnungsgemäßen Installation aller Komponenten
    (Leser, Steuerungen, Server, Türkomponenten, Verteiler)
  2. Überprüfung der Verkabelung auf Korrektheit und Vollständigkeit
  3. Einrichtung und Konfiguration der Zutrittskontrollsoftware (z. B. Sabotage-einstellungen, Vollständigkeit der Zutrittsstellen und Bereiche im System, Bedienoberfläche)
  4. Test der Benutzerauthentifizierung und Berechtigungen
  5. Test der Leserfunktionalität (z. B. RFID – radio-frequency identification, Biometrie)
  6. Test der Steuerung von Türen und Schranken
  7. Test von Vereinzelungssystemen (z. B. mit mehreren Personen im Schleusenraum)
  8. Überprüfung der Netzwerkeinstellungen und Firewallregeln
  9. Überprüfung der Notfall- und Alarmfunktionen (Türoffenzeitalarme oder Schlüsselbegehungen)
  10. Integration mit anderen Systemen (z. B. Videoüberwachung, Einbruchmeldeanlagen, Fluchtwegesicherungssystemen, Zutrittsprotokollierung)
  11. Ggf. Überprüfen der Notstromversorgung oder des Verhaltens bei Stromabschaltung und Wiederzuschaltung
  12. Überprüfung der Benutzerdokumentation und Schulungsmaterialien für die Bedienung der Anlage
  13. Überprüfung der Wartung und des Supportplans
  14. Dokumentation der Testergebnisse und Durchführung von Nachbesserungen falls nötig

Generell sollten Integrationstests in regelmäßigen Abständen (z. B. jährlich) wiederholt werden, da die Systeme ständigen Änderungen und Updates unterliegen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Systeme im Bedarfsfall wie vorgesehen funktionieren.

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