Kürzlich musste eine Kollegin feststellen, dass eine käuflich im Internet erworbene Handyschutzhülle mit zusätzlichen Kartensteckfächern für Kreditkarten, Ausweis etc., die vor Missbrauch durch NFC-Nutzung (near field communication, Nahfeldkommunikation) schützen sollte, nicht das Geld wert war, für das sie erstanden wurde. Die Kollegin hat nämlich die Probe aufs Exempel gemacht. Sie hat ihren Personalausweis mit einer derartigen Schutzhülle zunächst geschützt und dann versucht, eben diesen Personalausweis mit einer auf ihrem Smartphone vorhandenen App auszulesen.
Leider ging der Versuch mit Hilfe der gekauften Schutzhülle ganz gehörig schief, denn der Personalausweis ließ sich mit Hilfe der Smartphone-App problemlos trotz teurer Schutzhülle auslesen:
Ein vergleichbarer Versuch mit einer handelsüblichen Alufolie (statt der untauglichen Handyschutzhülle), die um den Personalausweis gewickelt wurde, brachte dagegen die erwünschte Schutzwirkung: Der Ausweis wurde vom Smartphone nicht mehr erkannt. Zudem folgten wir dem durch eine Szene im Kinofilm Terminator Dark Fate bekanntgemachten Tipp, den Ausweis in eine handelsübliche Kartoffelchipstüte zu stecken: Auch dies verhinderte tatsächlich, dass er sich mit NFC auslesen ließ.

Bildquelle: bz/TeMedia Verlags GmbH

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Bei NFC handelt es sich handelt es sich um einen internationalen Standard (ISO/IEC 14443 oder ISO/IEC 15693), der zur verbindungslosen oder verbindungsbehafteten Übertragung von Daten genutzt wird. Es wird aber zumeist die kontaktlose Übertragung von Daten verwendet. Die Nutzung von NFC basiert auf der Technologie von RFID (radio frequency identification, Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen). Dabei wird, technisch gesehen, das Prinzip der magnetischen Induktion zur verbindungslosen Datenübertragung ausgenutzt. Das hat den Vorteil, dass die dabei benutzten Chips nicht unbedingt eine eigene Stromversorgung benötigen, sondern die Versorgung wird aus den Funksignalen des Abfragesystems gewährleistet. Bei der Nutzung einer NFC-Verbindung muss der Abstand zwischen dem Sender und dem NFC-Chip kleiner als 10 Zentimeter sein. Die Anwendungsfälle für die Datenübertragung mit NFC sind vielfältig. Überwiegend werden sie für folgende Anwendungen eingesetzt:
- Elektronische Identifizierung
- Bargeldloser Zahlungsverkehr
- Papierlose Eintritts- und Fahrkarten
- Zugangskontrolle
Für bestimmte Anwendungen, wie z. B. bei der Zutrittskontrolle oder der Kennzeichnung von Gegenständen, werden zumeist andere RFID-Technologien verwendet, da sie für eine größere Reichweite ausgelegt sind. Dabei ist zu beachten, dass die verbindungslose Nutzung der RFID-Technik als nicht sicher gilt, da die Daten über die Luft übertragen werden und deshalb mitgelesen, missbraucht, manipuliert oder zerstört werden können. Bei NFC bietet die geringe benötigte Entfernung zwischen dem Sender und dem Empfänger jedoch einen gewissen Schutz – ein kriminelles Auslesen der Daten ist dennoch möglich.
Deshalb sollten wichtige Merkmalsträger mit NFC-Chips, wenn sie nicht in Benutzung sind, abgeschirmt werden. In vielen Fällen reicht eine Schutzfolie aus Metall aus, um die Kommunikation zwischen einem Sender und dem NFC-Chip zu verhindern. Wie jedoch in unserem Fall beschrieben, sollte die Schutzwirkung bei gekauften Produkten überprüft werden. Denn nicht jedes Produkt hält, was es verspricht.

