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Videoplanung

Risikomanagement als Basis für die optimaleBeleuchtun

Ausgabe 8/2021
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Ausgabe 8/2021
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Der Autor hat die Erfahrung gemacht, dass die Beleuchtung für eine Videoüberwachung oft nur stiefmütterlich behandelt wird. Zu sehr wird der Fokus bei der Videoüberwachung nur auf die Videokameras selbst gelegt. Bereits in den ersten Planungshasen muss die Beleuchtung, ebenso wie die Videokamera, detailliert, betrachtet und auf die jeweiligen Schutzziele ausgerichtet werden.

Wie gelingt das? Und wie funktioniert das in der Praxis? Die Schutzziele ergeben sich aus einer Risikoanalyse. Letztere ist das Fundament der Videoplanung, woraus sich alles ableiten sollte. Ohne dieses Fundament werden Maßnahmen meist aus dem Bauch heraus und nach der subjektiven Einschätzung ausgewählt. Aus verschiedenen Gründen entpuppen sich diese Maßnahmen oft als unwirksam oder sind nicht wirtschaftlich.

Aus der Risikoanalyse werden kritische Bereiche im Objekt oder Szenarien definiert und bewertet. Anhand der Risikoanalyse wird der konkrete Handlungsbedarf abgeleitet. Vereinfacht gesagt:

  • Hohes Risiko gleich dringender Handlungsbedarf.
  • Geringes Risiko gleich geringer Handlungsbedarf.

Um das erhobene Risiko zu minimieren bzw. den Handlungsbedarf zu erfüllen, bedarf es konkreter Schutzziele und daraus abgeleiteter Schutzmaßnahmen. Das Schutzziel ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Nur so können Maßnahmen objektiv und rational umgesetzt werden.

Fallbeispiel

In der Vergangenheit kam es in einer schlecht beleuchteten Tiefgarage immer wieder zu vorsätzlich herbeigeführten Unfällen mit Sachbeschädigungen und anschließender Fahrerflucht. Geschädigter war ein Betreiber von Mietautos, der seine Fahrzeuge in dieser Tiefgarage parkt. Durch die hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und den hohen finanziellen Schaden ist das Risiko sehr groß, dass es erneut zu einem solchen Schadensereignis
kommen wird. Aus diesem Risiko lassen sich folgender Handlungsbedarf bzw. mindestens zwei Schutzziele ableiten (es gibt noch weitere, welche hier nicht alle ausgeführt werden):

  1. Die Fallzahlen der Sachbeschädigungen durch Prävention reduzieren (Eintrittswahrscheinlichkeit senken)
  2. Um den finanziellen Schaden zu minimieren, sollen die Täter gefasst und das Kennzeichen dokumentiert werden (Schadensschwere senken)

Aus betriebswirtschaftlichen Gründen entscheidet sich der Unternehmer gegen einen Sicherheitsdienstleister im Parkhaus und für eine moderne Videoüberwachungsanlage. Die Videoüberwachung ist also eine Schutzmaßnahme, mit der die beiden Schutzziele am wirtschaftlichsten erreicht werden können. Voraussetzung für eine solche Entscheidung: Im Vorfeld sollten Angebote für die Schutzmaßnahmen eingeholt und bewertet werden.

In vielen Fällen werden dann moderne Kameras mit hochauflösenden Objektiven verbaut, das System mit intelligenter Videoanalyse ausgestattet und die Videobilder datenschutzkonform abgespeichert. Möchte der Unternehmer eine schnelle Intervention erzielen, kann auch die Aufschaltung auf eine Leitstelle in Betracht gezogen werden. Augenscheinlich wird die Prävention durch Kameras und Hinweisschilder sowie die Dokumentation und die Straftäterverfolgung durch die hochauflösenden Videokameras erreicht. Jetzt sind doch die vorher definierten Schutzziel erreicht, oder?

Was fehlt ist die optimale Ausleuchtung des gesamten Überwachungsbereichs. Hierzu müssen die Beleuchtungsquellen, also die Scheinwerfer, anhand der benötigten Lichtmenge der Kameras ausgewählt, parametriert und montiert werden.

Zum einen werden nun die Autokennzeichen optimal aufgenommen (Dokumentation und Strafverfolgung gewährleistet) und zum anderen schrecken die Kameras im Zusammenspiel mit der hellen Umgebung potenzielle Täter von einer Straftat ab (Prävention). Durch eine optimal ausgeleuchtete Umgebung werden die zwei zuvor definierten Schutzziele erreicht. Zusätzlich wird das subjektive Sicherheitsgefühl verbessert. Niemand läuft gerne in eine dunkle Tiefgarage. Wird die Beleuchtung gar nicht oder nicht in Gänze bedacht, sind die Kameraaufnahmen nicht oder nur bedingt verwendbar. Eine Täterverfolgung oder gerichtsfeste Dokumentation ist damit nicht sichergestellt.

Die Projekterfahrungen des Autors zeigen, dass sich eine optimale Ausleuchtung der Überwachungsbereiche einfacher anhört als es in Wirklichkeit ist. Es müssen in der Praxis sehr viele Aspekte (Position, Lichtstärke, Abstrahlwinkel, Art des Leuchtmittels, Netzwerkverbindung etc.) berücksichtigt werden, wenn man eine optimale Lösung erzielen möchte. Dazu wird der Autor einen weiteren Beitrag in einer späteren Ausgabe verfassen.

Zu einer Videoüberwachung gehört immer eine ausreichende Beleuchtung. Daher ist es von großer Bedeutung, dass, bereits im Frühstadium der Planung, die Videoüberwachung und die Beleuchtung gleichwertig berücksichtigt sowie zusammen auf das jeweilige Schutzziel abgestimmt werden. Die Risikoanalyse bildet dabei das Fundament für eine optimale Planung und spätere Umsetzung.

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