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Brandschutz

Die Feuerwehr und die Badewannenkurve

Ausgabe 9/2019
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Ausgabe 9/2019
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Bei der Mehrzahl an Objekten, die eine neu errichtete Brandmeldeanlage (BMA) enthalten, kommt am Beginn der Betriebsaufnahme ein paarmal die Feuerwehr vorbei, manchmal zu Abstimmungsgesprächen, manchmal zur Abnahme – und manchmal auch mit Blaulicht. Im folgenden Beitrag soll die anfänglich erhöhte Fehlerrate an einem Praxisbeispiel – hier aus einem Rechenzentrum – belegt und dargestellt werden, was ein dem Autor bekannter Betreiber aus jedem einzelnen Ereignis mitgenommen hat.

Es handelt sich um ein kleineres Rechenzentrum mit ca. 200 Kilowatt Anschlussleistung für die IT und ca. 200 Quadratmetern RZ-Fläche. Vom Zeitpunkt der Betriebsaufnahme im Dezember 2018 bis zum zurückliegenden März 2019 wurden insgesamt drei Feuerwehreinsätze verzeichnet, jeweils initiiert durch die automatische Aufschaltung der Brandmeldeanlage auf die örtliche Feuerwehr.

Szenario 1:

Der erste Fall war besonders skurril: Die Installationsfirma, die auch die BMA eingebaut hatte, verrichtete in einem Batterieraum Tätigkeiten an der Einbruchmeldeanlage. Dabei wurde in der Nähe des Ansaugrauchmelders (Rauchansaugsystem) gelötet, mit entsprechender Rauchentwicklung. Der Ansaugrauchmelder erkannte den Rauch pflichtbewusst, löste aus und folglich wurde die Feuerwehr alarmiert.

Fehleranalyse:

  1. Ein organisatorisches Verfahren, dass bei solchen Arbeiten das Abschalten des Hauptmelders bewirkt, war noch nicht etabliert.
  2. Der Ansaugrauchmelder, der neben den konventionellen Meldern im Raum installiert ist, löste fälschlicherweise den Hauptalarm aus. Eigentlich sollte er nur der internen Vorinformation dienen.
  3. Die Empfindlichkeit des Ansaugrauchmelders war nicht auf die Umgebungsbedingungen angepasst.

Szenario 2:

Im zweiten Fall war ebenso ein Ansaugrauchmelder im Spiel. Dieses Mal löste ein solcher Melder in einem USV-Raum (USV=unterbrechungsfreie Stromversorgung) aus, nachdem USV-Anlage und Umluftkühlgerät in Betrieb gegangen waren. Die beiden Geräte erzeugten dann im Betrieb einen großen Luftstrom und wirbelten alles durch den Raum, was sich in den vergangenen Wochen an Staub und Schmutz so angesammelt hatte, so wie es nun einmal ist auf einer Baustelle. Der Ansaugrauchmelder lief aber bereits seit geraumer Zeit und hatte seine Umgebung in einem Selbstlern-Algorithmus bereits „kennengelernt“. Die nun veränderten Umstände durch aufgewirbelte Partikel lösten das System aus und führten zum Feueralarm.

Fehleranalyse:

Folgende Erkenntnisse können daraus abgeleitet werden:

  1. Der Ansaugrauchmelder hat korrekt gearbeitet.
  2. Die Inbetriebsetzung der technischen Anlagen und die damit verbundene Staubaufwirbelung wurden im Vorfeld nicht hinreichend als Problem erkannt.

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