Die Speicherung von Videobilden in der IP-basierten Überwachung wird zunehmend zu einer Herausforderung. Zum einen nehmen die Datenmengen – erzeugt von immer höher auflösenden Kameras – stetig zu. Zum anderen bewegen wir uns in einem Spannungsfeld zwischen Datensicherheit und Datenschutz auf der einen Seite und dem Wunsch nach einem flexiblen ortsunabhängigen Zugriff über alle möglichen Endgeräte auf der anderen Seite. Wo sollen die Daten gespeichert werden? In der Kamera selbst? In einem Network Attached Storage (NAS)? Oder gar in einer Cloud?
Zahlreiche Kamerahersteller bieten Kameras mit integrierten Speichersystemen an. Die Bilder werden direkt in der Kamera auf einer SD-Speicherkarte gespeichert. Dieses Prinzip kennt man von Smartphones. Diese Art der Speicherung mag zwar für viele kleinere und provisorische Videoüberwachungen in Frage kommen, ist aber aufgrund der relativ einfachen Speicherentnahme für hochwertige Objekte und schützenswerte Bildaufnahmen nicht geeignet.
Daher werden früher wie heute wirklich relevante Bilddaten auf einem zentralen Speichermedium aufgenommen. Früher war es der Rekorder. Heutzutage werden die Bilder auf einem NAS, also einem ans Netzwerk angeschlossenen Speicher, aufgenommen.
Mit steigendem Datenvolumen wächst der Bedarf an NAS-Systemen, nicht nur im Bereich Video-Security. Hierbei handelt es sich um vollwertige Server. Je nach Größe, Anzahl an Standorten und Anforderungen an die Verfügbarkeit des zu überwachenden Objekts können die Sever für sich alleine oder miteinander vernetzt betrieben werden. Man könnte hier auch von einer „privaten Cloud“ sprechen, auf die nur ausgewählte und unterwiesene Mitarbeiter zugreifen können. Die Server befinden sich also auch physisch im gleichen Objekt wie die Kamera selbst. Oft gehören dem Betreiber diese Server. Lediglich die Wartung wird an Dienstleister vergeben. Für die IT-Sicherheit ist die eigene IT verantwortlich.
Auf der anderen Seite kann man Videobilder auch „As a Service“ in einer sogenannten „Cloud“ abspeichern. Während der Benutzer bei einem NAS weiß, wo seine Daten gespeichert werden, ist dies bei einer öffentlichen Cloud nicht so einfach. Ein bekanntes Beispiel ist die „Dropbox“ oder „Onedrive“ von Microsoft. Hier wird nicht nur die Wartung von einem externen Dienstleister durchgeführt. Auch die Hardware ist ausgelagert und befindet sich nicht mehr im eigentlichen Objekt. Dies ist bei sensiblen Daten – und bei der Videoüberwachung handelt es sich meist um sensible Daten – problematisch, da es die Pflicht des Betreibers ist, diese besonders gut zu schützen. Die Daten müssen also von dem Dienstleister bzw. Rechenzentrumsbetreiber der Cloud so gut geschützt werden, wie es das jeweilige nationale Recht und dessen Vorschriften fordert. Häufig stehen die Server der jeweiligen Dienstleister im Ausland, sodass ein anderer Datenschutz gilt, der mit deutschem Recht unter Umständen nicht vereinbar ist. Dies muss bei der Auswahl des Cloudanbieters beachtet und die Informations- und Datenschutzaspekte müssen berücksichtigt werden.
An eine Cloudplattform angebundene Videokameras punkten dafür in anderen Bereichen. Sie erschließt skalierbare, sichere und verfügbare Netze sowie eine schier unendliche Speicherkapazität und die notwendige Redundanz, die für viele Unternehmen ansonsten zu kostspielig wären oder für Videokameras nicht bereitgestellt würden.
In der Regel realisiert ein Managed-Service-Provider mit einem rund um die Uhr zur Verfügung stehenden Team von Sicherheitsexperten und seinen verschiedenen Fähigkeiten eine ausreichende Sicherheit – einfacher und besser als ein lokaler Admin es kann. Rechenzentren sorgen für zuverlässige und redundante Konnektivität und Bandbreite von verschiedenen Carriern sowie für redundante Stromversorgung.
Fazit
Noch vor wenigen Jahren war die Cloud ein absolutes No-Go in der Sicherheitsbranche. Mittlerweile öffnet sich der Markt gegenüber dieser Art der Datenspeicherung. Egal welche Lösung man anstrebt: Es müssen verlässliche Partner und für das Objekt passende Lösungen definiert werden, bei dem der Informations- und Datenschutz oberste Priorität haben müssen. Wird dies berücksichtigt, können sowohl die bewährte als auch die relativ junge Art der Videospeicherung ausgewählt werden.

