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Sicherheitsplanung

Diebstahlschutz von Rohstoffen

Ausgabe 20/2023
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Ausgabe 20/2023
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Die Aussage des CEO Roland Harings des Hamburger Kupferherstellers und Recyclingspezialisten Aurubis vor einigen Tagen lässt aufhorchen: „Unsere Ambition ist, die Sicherheitsvorkehrungen so anzuheben, dass Diebstahl und Betrug unmöglich werden. Personenkontrollen und Kontrollen der Fahrzeuge werden noch weiter verstärkt.“

Wie die Fa. Aurubis haben sich viele Firmen, Hausbesitzer und die Deutsche Bahn mit einem erheblichen Diebstahlaufkommen bei kupferhaltigem Material auseinanderzusetzen. Bei einem aktuellen Kupferpreis von ca. 8.300 US-Dollar pro Tonne mit der Tendenz nach oben haben gerade professionelle Täter einen Markt erkannt, dieses Material im Ausland zu einem guten Preis zu verkaufen.

Ist die Eskalation einer zunehmenden Aufrüstungsspirale bezüglich Einbruch- und Diebstahlschutz der richtige Sicherungsansatz? Spielen nicht gerade die Durchsatzfähigkeit von Personen und Fahrzeugen durch Sicherheitsmaßnahmen bei Eingangs- und Einfahrtsplanungen eine große Rolle? Warum werden gerade in Sicherheitskonzepten die entsprechenden Schutzmaßnahmen von Eingangsbereichen in Frage gestellt?

Wir versuchen Ihnen einige Aspekte an die Hand zu geben, um das Thema Eingang und Einfahrt entsprechend den Anforderungen anzugehen:

  1. In Zeiten von steigenden Werten in fast allen Bereichen nimmt auch die Gefährdung dadurch zu, dass kriminelle Personen, Gruppen und Strukturen sich mehr oder weniger intensiv Gedanken machen, möglichst mit geringem Aufwand schnell Geld zu verdienen. Immer mehr Unternehmen erstellen detaillierte Sicherheitskonzepte, die jedoch oft wegen der Kosten nur teilweise umgesetzt werden. Und wenn derartige Ereignisse häufiger werden und die Schadenshöhen zunehmen, versucht man durch einen Aktionismus zu retten, was eigentlich gar nicht zu retten ist. Deshalb muss sich jeder Vorstand oder jede Geschäftsführung der Verantwortung für Entscheidungen (bei Verzicht von Sicherheitsmaßnahmen) bewusst sein.
  2. Es wird immer ein ungleicher Wettbewerb sein. Auf der Täterseite ein Hochrüsten bei Methodiken, auf der anderen Seite Kostenzwänge, Berücksichtigung von rechtlichen Randbedingungen bis hin zur Umsetzung von normierten und geprüften Lösungen. Deshalb sind innovative Vorgehensweisen gefragt, die nicht zwangsläufig marketingtechnisch aufzubereiten sind.
  3. Die „klassische“ Vorgehensweise der Ermittlung der Risiken, Definition von konkreten Schutzzielen bis hin zu Festlegung von objekt- bzw. betriebsspezifischen Maßnahmen sollte jedem Sicherheitsverantwortlichen in Fleisch und Blut übergehen. Und deren regelmäßige Überprüfung und ggf. Anpassung muss Standard sein.
  4. Gerade bei den Maßnahmen ist die Vielfalt sehr groß. Beim beschriebenen Beispiel kann die Kontrolle von Personen und Fahrzeugen sehr unterschiedlich gelöst werden. Sie können für jedes Fahrzeug im Detail eine Ladungskontrolle an den Zufahrten vornehmen lassen. Aber was, wenn sie in einer Stunde 30 Ein- und Ausfahrten haben? Ähnliches bei Personen: Sie wollen innerhalb von 15 Minuten 300 Personen einschleusen. Als Vereinzelung und ggf. mit Taschenkontrolle dauert der Ein- bzw. Ausgang im Idealfall drei Minuten. Wäre es nicht einfacher, sensible Materialbereiche so zu platzieren, dass nur die Fahrzeuge und Personen kontrolliert werden? Und dann können Sie auf Sensoriken und Vergleichsmessungen setzen.
  5. Die Diskussion nach dem Motto „Ist nicht sicherbar“ kann ein Außenstehender oft nicht nachvollziehen. Sicherbar ist „fast“ alles. Es kommt darauf an, was wie in welchem Umfang sinnvoll abgesichert wird. Sind Kabeltrassen (im öffentlichen Umfeld) nicht sicherbar, muss man sich über Redundanzkonzepte und Ausfallwahrscheinlichkeiten unterhalten …
  6. … und auch über Sicherungskonzepte! Wir kennen Kunden, die mit virtuellen Zäunen, individuellen Meldewegen bis hin zu kreativen Überwachungs-, Beleuchtungs- und Interventionslösungen arbeiten. Der Diebstahl wird dadurch zwar nicht verhindert. Jedoch wird die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Tataufdeckung und des zügigen Handels erhöht. Die Abschreckung für Täter steigt so.
  7. Die Beschäftigung mit potenziellen Schadensszenarien hilft auch, der persönlichen Unternehmerverantwortung für die eigenen Mitarbeiter und die Unternehmensgüter gerecht zu werden. Im Zusammenhang mit der juristischen Aufarbeitung bei Schadensfällen (Haftung) ist das ein sehr wichtiger Aspekt.
  8. Und zum Thema Ein- und Ausgänge bzw. Ein- und Ausfahrten seien noch einige wichtige Punkte zur Umsetzung gesagt:
    1. Versuchen Sie, Prozesse Ihrer betriebsspezifischen Bewegungen von Personen und Fahrzeugen in einer Verkehrskonzeption zusammenzufassen.
    2. Unter dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit sollten zentrale Zutritts- und Zufahrtstellen geschaffen werden, die entsprechend den Sicherheitsanforderungen und dem Durchsatz auszuprägen sind.
    3. Alle anderen Öffnungen in Zäunen, Fassaden und Bereichen sollten betriebsmäßig verriegelt und überwacht sein. Bei betrieblichen Notwendigkeiten sind dies Alternativen, die aber mit zusätzlichem Aufwand gesichert werden können.
    4. Denken Sie bei den Maßnahmen immer an die Mischung von Härtungsmaßnahmen, Maßnahmen der Zutrittsorganisation und tangierender Detektions- und Überwachungsmaßnahmen. Dies ist in der Regel der erste Schritt zu einer funktionierenden Gefahrenabwehr.
    5. Bei Materialien, Rohstoffen und sonstigen Gütern gilt: Kennzeichnungen helfen mittlerweile, deren Transportwege (ob betriebsspezifisch oder bei Ermittlungen) unverzüglich nachvollziehen zu können. Hier kommen sehr häufig GPS-Tracker zum Einsatz, was sich bei teuren Werkzeugen, aber auch Rohstoffen wie Kupfer und Holz, lohnt.

Fazit

Zusammenfassend muss man feststellen, das nur ein objektspezifisches und unternehmensspezifisches Sicherungskonzept zu sinnhaften Lösungsansätzen führen kann. 

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