sicherheits-berater
Close

Login

Wenn Sie sich hier zum ersten Mal seit dem 09.02.2024 anmelden wollen, nutzen Sie bitte die "Passwort vergessen"-Funktion.

Noch kein Abonnent? Hier geht es zu unseren Angeboten.
Close

Passwort vergessen

Close

Gastregistrierung

Mit Ihrer Registrierung erhalten Sie für 4 Wochen kostenlos und unverbindlich Zugriff auf unsere Inhalte.

Gastbeitrag

Veränderte Bedeutung des Klimawandels für Sicherheitskonzeptionen

Ausgabe 23/2021
  |  
  |  
Ausgabe 23/2021
  |  

Der Klimawandel schreitet rasch voran. Wir haben bereits ein Grad Erwärmung hinter uns. Zentrale Fragestellungen hierzu sind:

  • Ist unser Unternehmen auf den Klimawandel vorbereitet?
  • Kennen wir die aktuellen und die zu erwartenden Gefährdungsbilder?
  • Leiten sich daraus nicht akzeptable Risiken ab, welche angepasste Schutzmaßnahmen erfordern?

Die Erfordernis für eine systematische Betrachtung ist somit gegeben. Es liegen erste Schätzungen der erwarteten Auswirkungen für verschiedene Emissions- resp. Erwärmungsszenarien vor: Von der „European Environment Agency“ liegt bereits seit 2017 ein detaillierter Bericht vor mit den Auswirkungen des Klimawandels für verschiedene Emissionsszenarien. Es handelt sich hierbei um erste Schätzungen der Veränderungen. („Climate change adaption and disaster risk reduction in Europe, EEA Report, No. 15, 2017“). Die veränderten Gefährdungsbilder dienen als Grundlage für die Risikoanalyse.

Bei Hochwasser ist lokal eine höhere Intensität zu erwarten aufgrund von lokal höheren Starkniederschlägen. Diese wiederum verursachen Überschwemmungen als Oberflächenabfluss, welcher ebenfalls als Gefährdungsbild einzubeziehen ist.

Im Zusammenhang mit häufigeren starken Gewitterzellen ist vermehrt mit Hagel zu rechnen. Der bisherige Rekord an Gebäudeschäden durch Hagel in der Schweiz lag bei CHF Mio. 260 im Jahr 2009. Die Hochrechnung der Hagelschäden an Gebäuden für das Jahr 2021 liegen bei über CHF Mio. 700.

Bei den klimatischen Gefahren wie Trockenheit, Wald- und Flurbrand, Hitzewellen und Meeresspiegelanstieg werden allgemein ganz neue Dimensionen der Gefährdung erwartet. Solche Einwirkungen wurden bislang in Mittel- und Nordeuropa kaum im Rahmen von Risikoanalysen für Unternehmensstandorte einbezogen resp. das resultierende Risiko war allgemein gering bis vernachlässigbar. Damit kann für die mittlere Planungszukunft nicht mehr gerechnet werden. Insbesondere das Dargebot von Flusswasser im Sommerhalbjahr zu Kühlzwecken wird kaum mehr zur Verfügung stehen. Wasserintensive Produktionen müssen sich Standorte mit trockenheitsresistentem Wasserdargebot suchen.

Nicht erkannte Gefahren und nicht bekannte Schwachstellen sind die Basis für unbewusst eingegangene Risiken. Solche gilt es zu vermeiden, indem die Gefährdungsbilder periodisch auf ihre Aktualität überprüft werden. Liegen keine behördlichen Gefahrengrundlagen vor, so können lokale resp. punktuelle Gefahrenabklärungen sehr zielgerichtet diese Lücke schließen.

Insbesondere bei der Evaluation von neuen Betriebsstandorten sollte darauf geachtet werden, dass zu allen maßgebenden Gefahrenarten entsprechend detaillierte Grundlagen vorliegen. Ansonsten handelt es sich um einen Blindflug in Bezug auf die Risiken durch Naturgefahren.

Erkannte nicht akzeptable Risiken können im Rahmen von Neu- und Umbauten systematisch in den Planungsprozess einbezogen werden. Kann der Gefahr lokal ausgewichen werden? Ist eine resiliente Bauweise die Lösung? In den EU-Normen (Eurocode 1) sind Einwirkungen aus Erdbeben, Wind und Schnee seit längerer Zeit der Standard. Es fehlen die Regelungen zu den Einwirkungen aus Hochwasser, Oberflächenabfluss, Hagel, Rutschungen und dergleichen. Diese Lücke konnte in der Schweiz mittlerweile geschlossen werden. Sie fördert das naturgefahrengerechte resp. resiliente Bauen.

Bei der Einwirkung durch Hagel konnte durch das Hagelregister (ähnlich dem Brandschutzregister, vgl. www.hagelregister.de) eine wichtige Planungsgrundlage geschaffen werden. Sie dient dem Bauherrn und Fassadenplaner als Planungshilfe für hagelwiderstandsfähige Materialien und Systeme.

Fazit

Die systematische Analyse von aktuellen und durch den Klimawandel zu erwartenden Gefahren am Betriebsstandort ist eine unverzichtbare Grundlage. Die darauf basierende Risikoermittlung und -bewertung zeigt die Handlungsnotwendigkeit auf. So lassen sich resiliente Bauten und wirksame Schutzkonzepte risikobasiert umsetzen.

Aus der Redaktion

Meist gelesen

Anzeige
SIMEDIA Inhouseveranstaltungen

Schwerpunkte

Login

Noch kein Abonnent? Hier geht es zu unseren Angeboten.