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Sicherheitsplanung

Tiefbeete: Anprall- und Regenwasserschutz

Ausgabe 14+15/2024
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Ausgabe 14+15/2024
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Was im ersten Moment nicht so schlüssig erscheint – nämlich Tiefbeete sowohl als Anprall- und Regenwasserschutz zu sehen – kann bei einer abgestimmten und kooperativen Bearbeitung durch alle Projektbeteiligten zu einer für unsere Städte und Kommunen optimalen Naturschutz- und Sicherheitslösung werden. Wie ist so etwas möglich? Ist so etwas überhaupt möglich?

In einer großen deutschen Stadt gab es die Empfehlung der Sicherheitsbehörden, bei einem sicherheitssensiblen Objekt einen Anprallschutz vorzusehen. Da die Fassade dieses Objektes unmittelbar an der Grundstücksgrenze lag, galt es zu verhindern, dass Fahrzeuge direkt an die Fassade gelangen. Dabei waren drei Bereiche zu unterscheiden:

Innodrain (SB 14-15/24)
©Mall GmbH
  1. Dort, wo eine massive Baukonstruktion bis zu einer Brüstungshöhe von 90 Zentimetern geplant war, wurden lediglich Abgrenzungspoller vorgesehen.
  2. In den bis zum Boden reichenden Glasfassadenbereichen wurden ebenso wie an den Zufahrten Hochsicherheitspoller vorgesehen, deren Spezifika sich aus den Berechnungen aus einer Gefährdungsanalyse ergaben.
  3. Auf den Zufahrten wurden versenkbare Poller, in sonstigen Bereichen starre Anlagen vorgesehen.

Alternativen gesucht

Bereits in der Vorplanung suchten Bauherr, Berater und Planer den Kontakt zu den zuständigen Bau- und Verkehrsbehörden, um die Machbarkeit und Genehmigungsfähigkeit zu klären. Auf Arbeitsebene wurden Argumente für und gegen die Platzierung von Pollern im öffentlichen Raum ebenso ausgetauscht wie auch die Suche nach alternativen Möglichkeiten. Oft sind die Gehwege und Straßen auf öffentlichem Land im Erdreich mit Installationen vollgepackt, sodass baulichen Anlagen dort keinen Platz haben. Gestalterische Aspekte sprechen ebenfalls gegen solche Sicherheitsanlagen. So ist der Wunsch der Behörden verständlich, Sicherheitsbauwerke, wenn sie notwendig sind, prinzipiell auf dem eigenen Grundstück zu platzieren. Aber wenn die einzige Alternative, wie in unserem Beispiel, nicht realisierbar ist, weil dort einfach kein Platz mehr zur Verfügung steht?

Rigolen als Lösung

Tiefbeet-Rigole (SB 14-15/24)
©Mall GmbH

So kam man mit dem Landschafts- und Verkehrsplaner sowie der zuständigen Verkehrs- und Naturschutzbehörde auf die Idee, den Einbau sogenannter Tiefbeet-Rigolen (Rigole: Rinne) zu prüfen: Im Gegensatz zu den Rigolen-Regelbauweisen mit geneigten Bodenflächen werden beim Produkt „Innodrain“ der Firma Mall GmbH aus Donaueschingen Fertigteile von 1,2 bis 1,7 Meter Breite mit senkrecht stehenden Betonseitenteilen zwischen Gehweg und Fahrstraße platziert. Diese Tiefbeete sind ca. 80 Zentimeter tief. Auf eine untere Substratschicht können Pflanzen und sogar Bäume gepflanzt werden, die ihr Wasser aus den darunter liegenden Wasserspeichern beziehen. Wer sich mit dem sehr aktuellen Thema der Regenwasserbewirtschaftung beschäftigen möchte, kann sich auf der Webseite dieses Herstellers mit den Ausführungsdetails vertraut machen www.mall.info, Kurzlink https://tinyurl.com/yckh2b9j.

Diese Rigolen stellen kein Äquivalent zu Hochsicherheitspollern dar. Sie sorgen aber dafür, dass anfahrende Fahrzeuge mit ihrer Vorderachse bei einem bewussten Angriff auf das Gebäude oder auch ungeplanten Unfall im Tiefbeet landen.

Viel Straßengrün

Derzeit ist man dabei, durch geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen und Anordnung weiterer Tiefbeete die Anzahl der notwendigen Polleranlagen weiter zu reduzieren. Alle Beteiligten sind mittlerweile sicher, dass am Ende eine Lösung stehen wird, die sowohl die Sicherheitsanforderungen des Anprallschutzes erfüllt als auch (und dies war ursprünglich gar nicht geplant) viel Straßengrün entlang des Gehwegs an der Fassade des geplanten Gebäudes bringen wird.

Klimaschutz inklusive

Dieses Beispiel zeigt uns, dass gestalterische Lösungen bei entsprechender Kommunikation der am Bau Beteiligten mit den regionalen Genehmigungsbehörden im öffentlichen Straßenraum möglich sind. Der dafür notwendige erhöhte Planungsaufwand lohnt sich in jedem Fall. Denn jede Pflanze und jeder Baum zusätzlich ist ein Beitrag für ein besseres Klima.

Übrigens: Der „Ratgeber Regenwasser“ der Fa. Mall ist in seiner zehnten aktualisierten Auflage erschienen. Diese Broschüre richtet sich in erster Linie an Kommunen und Planungsbüros und versteht sich als Ideengeber für die Praxis der Stadthydrologie. Es kann unter www.mall.info/infomaterial zum Preis von 20 Euro inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten bestellt werden (ISBN 978-3-9803502-2-8).

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