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Baustellensicherung

Diebstähle von Werkzeugen häufen sich

Ausgabe 24/2019
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Ausgabe 24/2019
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Vielleicht hat es mit der boomenden Baukonjunktur zu tun. Vielleicht mit den hohen Kosten des Bauens. Vielleicht mit dem Wunsch, die Einsatzkosten von hochwertigen Werkzeugen durch „Erwerb zum Nulltarif“ zu senken und den Gewinn zu maximieren. Aber es ist bemerkenswert, wie viele Informationen zu Diebstählen von hochwertigen Werkzeugen in letzter Zeit beim Sicherheits-Berater eingehen.

Einige Fallbeispiele

  1. Diebstahl von Werkzeugen auf einer Baustelle. Hochwertige und teilweise neue Werkzeuge und Maschinen in Hessen wurden aus einem verschlossenen Neubau gestohlen. Wie die Täter zerstörungsfrei ins Gebäude gelangen konnten ist noch unbekannt. Durch die Polizei wurden keinerlei Sachbeschädigungen an Türen, Fenstern oder anderen Zugängen festgestellt.
  2. Auf Diebstähle von Elektrowerkzeugen folgte eine ganze Serie von Werkzeugdiebstählen aus verschiedenen Werkstattwagen und Containern. Solche Objekte sind in letzter Zeit auffallend häufig das Ziel. In diesem einen Fall wurden verschiedene Werkstattwagen im Raum Troisdorf/Rheinland heimgesucht. Zwei der betroffenen Fahrzeuge standen sogar auf eingefriedeten Flächen, nämlich innerhalb eines Werksgeländes und eines Firmengeländes.
  3. Zwei weitere Fahrzeuge wurden im Raum Much im Rhein-Sieg-Kreis heimgesucht. Die festgestellten Aufbruchspuren an den Fahrzeugen lassen den Einsatz von professionellen Hilfsmitteln vermuten, so dass es sich wohl um ein bandenmäßiges Vorgehen gehandelt haben muss. Wenige hundert Meter weiter wurde ein weiteres Fahrzeug, diesmal ein Kastenwagen, aufgebrochen. Auch hier wurden sehr selektiv nur höchstwertige Geräte entwendet und teilweise fachkundig aus ihrer Werkstattumgebung im Fahrzeug ausgebaut. Vorhandene Anschlüsse wurden fachgerecht abgeklemmt, scheinbar sogar unter Beachtung der fünf Sicherheitsregeln für elektrotechnische Arbeiten. In einigen Fällen wurden auch hochwertige Ersatzteile mit längeren Lieferfristen mitgenommen. Die Täter waren eindeutig fachkundig, da diese Eigenschaften für Laien ohne Branchenkenntnis nicht ohne weiteres erkennbar oder feststellbar sind.

Der Schaden je Einzelfall bewegt sich im hohen vierstelligen Euro-Bereich, teilweise auch darüber. Einige Werkzeuge, die entwendet wurden, sind nicht einfach neu zu beschaffen, da es sich um Spezialgeräte handelte. Der Sachschaden an den Karosserien kommt noch hinzu. Insgesamt sind der Redaktion in den letzten Wochen und Monaten deutlich mehr Ereignisse mehr oder weniger zufällig bekannt geworden.

Auffällige Charakteristiken der Diebstähle

  • Die Täter haben offensichtlich – zumindest teilweise – selbst die Fahrzeuge beobachtet oder hatten Tippgeber. Fahrzeuge gleicher Unternehmen mit weniger hochwertiger oder älterer Bestückung blieben verschont. Die Täter wussten genau, welches Equipment sie in welchem Werkstattwagen vorfinden würden.
  • In einem Fall sind Insidertipps nicht auszuschließen.
  • Die Täter sind auch in eingefriedete Grundstücke eingedrungen. In einem Fall, wo Wohnbebauung angrenzte, haben sie nur Fahrzeuge aufgebrochen, die nicht im Sichtfeld des benachbarten Hauses standen.
  • In einem anderen Fall wurde das Diebesgut in ein gestohlenes Lieferfahrzeug umgeladen. Einem Passanten war das Umladen aufgefallen, doch unternahm er nichts, weil die Täter sich völlig gelassen verhielten, freundlich grüßten und sich sogar eine Zigarette ansteckten. Clever gemacht! Zu allen anderen Fällen gab es keine Beobachtungen.
  • Trotz hochwertiger Ladung hatte keiner der heimgesuchten Werkstattwagen eine Alarmanlage oder eine andere Art der Absicherung für den Laderaum. Sie hatten nur die üblichen Wegfahrsperren und Alarmanlagen für die Entwendung des Fahrzeugs selbst.
  • Keines der hochwertigen Werkzeuge war mit einer GPS-Ortung ausgestattet.
  • Keines war hinreichend gekennzeichnet, dass man es als gestohlen hätte erkennen können. Dabei gibt es preiswerte Möglichkeiten, mit Gravuren oder Ätzungen an verschiedenen, schlecht abzudeckenden Stellen den berechtigten Eigentümer zu verewigen.
  • Alle Werkzeuge wurden mit hochwertigem Zubehör gestohlen. Diamantkronenbohrer mit Bohraufsätzen und Spezialfutter, Trennscheiben zum Betonschneiden etc. Gebrauchte oder leicht abgenutzte Teile ließen die Täter zurück. Dies lässt darauf schließen, dass die Täterschaft das Diebesgut alsbald auf irgendeiner Plattform zum Verkauf anbieten wird.
  • Vermutlich fanden etliche der Diebstähle bei Tageslicht statt.
  • In einem Fall waren die Täter auch in ein Werkstattbüro eingedrungen und haben vermutlich nach Fahrzeugschlüsseln gesucht. Sie fanden aber nur einen Schlüsseltresor vor, an dem sie sich nicht vergriffen (vermutlich Zeitproblem).
  • Keines der Fahrzeuge und keiner der Abstellplätze war videoüberwacht. In der Nachbarschaft eines der Opferbetriebe hatte ein Wettbewerber gleichartige Fahrzeuge mit hochwertiger Ausstattung. Sie waren auf überwachtem Umfeld und blieben verschont.

Der Sicherheits-Berater hofft, dass diese kleine Dokumentation den Lesern Anlass gibt, über den Schutz ihres Geländes, ihrer Fahrzeuge und ihrer Werkzeuge noch einmal kritisch nachzudenken – dies natürlich auch jahreszeitlich bedingt. Zu offensichtlich sind die Schwachstellen, die sich hier auftun. Entsprechende Sicherheitsmaßnahmen lassen sich jedoch einfach ableiten. Wir werden zudem auch künftig auf das Thema Diebstahl von Werksgeländen zurückkommen.

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