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Virtueller Härtetest

Ausgabe 8/2021
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Ausgabe 8/2021
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Härtetests an technischer Infrastruktur für Rechenzentren und Leitstellen werden in der Regel durchgeführt, wenn die jeweiligen Systeme bereits installiert und auch abgenommen wurden. Ein Härtetest stellt somit eine gewerkeübergreifende Abnahme dar. Doch Härtetests können bereits während der Planungsphase durchgeführt werden, beispielsweise zum Ende einer jeden Leistungsphase als Bestandteil der Planungsfreigabe durch den Bauherrn. Sogenannte Anwendungsfälle, neudeutsch Use Cases, bündeln im Falle virtueller Härtetests verschiedene Szenarien, die zum Ausfall eines Systems oder mehrerer Systeme führen und so letztlich eine Störung von Geschäfts- oder Betriebsprozessen verursachen. Die Use Cases können aus typischen Gefährdungen erstellt werden, die zu einem Ausfall führen. Hier ist eine Zuhilfenahme der elementaren Gefährdungen aus dem IT-Grundschutzkompendium des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) sinnvoll, aber auch Erfahrungen von Ausfällen, die uns die Vergangenheit gelehrt hat und aus bereits durchgeführten „echten“ Härtetests. Beispiele von Use Cases können sein:

  • Extremwetterereignisse
  • Single Point of Failures (SPoF) der Infrastruktur
  • Brand-/Rauch- und Wasserschutz
  • Unberechtigter Zutritt

Die Use Cases können zur Vereinfachung in die Form einer User Story gebracht werden, die als leicht verständliche Erzählung den Ausfall von Betriebsprozessen schildert. Diese Erzählung sollte mit ergänzenden Hinweisen versehen werden, um die User Story mit Tatsachen zu untermauern. Diese wiederum können z. B. für Extremwetterereignisse die am Standort tatsächlich gemessenen Extremtemperaturen, Hochwasserpegel oder SPoFs einer Infrastruktur sein. Auch Hinweise zur Architektur, die bereits während der Planprüfung aufgefallen sind, nun aber gewerkeübergreifend virtuell auf deren Auswirkung hin untersucht werden, sind zu berücksichtigen.

Dies stellt für den Fall der Use Cases in Verbindung mit einer User Story den Mehrwert gegenüber einer herkömmlichen Planprüfung dar, die sich in der Regel auf die einzelnen Gewerke, z. B. Elektro oder Kälteversorgung bezieht. Die User Story hat, wie auch der gewerkeübergreifende Härtetest zum Ende der Bauphase, immer den Geschäfts- oder Betriebsprozess im Fokus, der ausfallsicher betrieben werden soll. Beim „echten“ Härtetest ist das Ergebnis eindeutig mess- oder sichtbar, beim virtuellen Härtest muss der Nachweis der Verfügbarkeit im Gespräch mit den Planern und anhand entsprechender Planungsunterlagen nachgewiesen werden. So werden eine integrale Planung und ein Miteinander in der Planungs- und Bauphase gefördert, nicht abgestimmte Schnittstellen aufgedeckt und so vielleicht auch die Bauphase beschleunigt.

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