Bei den folgenden Betrachtungen geht es weniger um die höfliche Umgangsformen der Monteure oder Ingenieure bei ihrer täglichen Arbeit auf einer Baustelle –
wie sie dem einen oder anderen vielleicht aus der NDR2-Hötfunk-Comedyserie „Stenkefeld“ mit der Episode „Sprachkurs für Großbaustellen“ bekannt sind -, sondern vielmehr um die technische Realisierung einer Echtzeitkommunikation unter-einander an verschiedenen Stellen im Gebäude:
Stellen Sie sich vor, dass sich ein Team von mehreren Personen an drei unterschiedlichen Standorten in einem Neubau eines Rechenzentrums befindet und diese miteinander in Echtzeit kommunizieren müssen. Dabei handelt es sich um ein Szenario, das bei den heute immer mehr in den Vordergrund tretenden Integrationstests durchaus vorkommt. Nehmen wir als einfaches Beispiel ein Testszenario, bei dem überprüft werden soll, ob eine bestimmte Wärmelast im Serverraum durch die Klimatechnik abgeführt wird, und zwar von der redundanten Kältemaschine bei Ausfall einer primären Kältemaschine. Für eine durchdachte Testbeobachtung und Verfolgung sind dazu mindestens drei Standorte im Gebäude zu besetzen:
- Die eine Fraktion befindet sich im Erdgeschoss des mehrgeschossigen RZ-Gebäudes, in der sich der Serverraum befindet und kontrolliert über die gesamte Testdauer, ob alle Lastbänke (z. B. Heizlüfter in den Warmgängen) richtig aufgestellt und in Funktion sind.
- Ein anderer Teil des Testteams befindet sich auf dem Dach des Gebäudes, wo sich die Kältemaschinen befinden, und beobachtet das Anlagenverhalten vor Ort.
- Ein weiteres Team schaut sich im Untergeschoss des Gebäudes in einem MSR-Raum das Anlagenverhalten inklusive der Betriebswerte auf einem GLT- (Gebäudeleittechnik) Rechner an.
Gerade bei solchen Redundanztests ist ein Informationsaustausch in Echtzeit gefragt, weil neben der Umschaltung der Kältemaschinen auch die Temperaturverläufe im Kaltwassersystem, aber auch in den Serverräumen, mitkontrolliert werden müssen. Vor allem aber müssen auch die entsprechenden Stör- und Alarmmeldungen auf der Gebäudeleittechnik zur Realität passen. Da kann man nicht den Lehrling als Boten durch das Haus schicken, um den Informationsaustausch zu gewährleisten, sondern benötigt eine verbindungssichere Kommunikation, beispielsweise über Mobiltelefon oder Funkgeräte. Früher gab es noch Festnetz im Gebäude, über das eine solche Kommunikation sicher und stabil zu gewährleisten wäre, die aber heute mehr und mehr in den Hintergrund tritt und somit nicht anzutreffen ist.
Das Problem einer stabilen Kommunikation über mobile Geräte liegt in der Baukonstruktion vieler Neubauten, die neben dem Beton vor allem aber durch den eingebrachten Stahl als Bewährung im Beton die Funkwellen nicht ungehindert passieren lassen, sondern behindern. Das kann zum einen bedeuten, dass überhaupt kein Netz im Keller vorhanden ist, oder dass die Sprachverständlichkeit auf der Empfängerseite stark eingeschränkt ist. Auch der hohe Wasseranteil der noch nicht vollständig getrockneten Betonwände und -decken im Neubau wirkt sich negativ auf die Funkwellenausbreitung aus.
Manche Monteure auf der Baustelle entwickeln dazu gute Ideen, indem sie mobile Hotspots mit ihren Handys aufbauen, um so die Möglichkeit sicherzustellen, mit der Außenwelt zu kommunizieren.
Diese Idee lässt sich sicher auch ein wenig professioneller umsetzen, indem man in einer relativ frühen Bauphase, zumindest vor den Inbetriebnahmen der Hauptgewerke, ein stabiles WLAN im Gebäude über alle Geschosse aufbaut. Eine professionelle Wireless-LAN-Infrastruktur mit einer der Gebäudestruktur angepassten Anzahl von WLAN-Access-Points bildet nur eine Möglichkeit eines stabilen WLAN ab.
Die Kommunikation mit dann nur noch einem Medium, nämlich dem Handy, ist dann zumindest realisierbar. Denn je nach Mobilfunkstandard, ob GSM, LTE oder UMTS in Verbindung mit der WLAN-Ausleuchtung im Gebäude, stehen verschiedene Frequenzen zur Verfügung, die je nach Standort auch unterschiedlich funktionieren. Kommunikationslücken verursachen Qualitätsverluste, egal, wer mit wem zu welchem Zeitpunkt miteinander auf der Baustelle kommunizieren muss. Ein stabiles Netz, zum Beispiel über WLAN, kann die Arbeit erleichtern und trägt somit zu einer Qualitätssteigerung bei.

