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Sicherheitsplanung

Rohrverlegung mit Folgen

Ausgabe 24/2023
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Ausgabe 24/2023
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Kleine Ursache – große Wirkung: Davon kann einer der Leitstellenbetreiber in Deutschland nun sozusagen ein Lied singen! Was war passiert? Am Wochenende wurde der Geruch in der Leitstelle immer unerträglicher. Eine Ursache konnte jedoch spontan in dem Raum nicht identifiziert werden. Als dann am Montag früh der Facility-Service vor Ort erschien, wurde an der abgehängten Decke eine Etage tiefer deutlich, dass es ein Wasserproblem geben muss. Man öffnete den Hohlraumboden und musste feststellen, dass aus einer an SML-Rohren (SML: System Muffenlos) angeschlossenen Kupferleitung und aus dem Rohr selbst Wasser durchdrückte. Also entschloss man sich, die Rohre zu öffnen: Diese waren auf über einem Meter Länge mit Feststoffen fast vollständig belegt.

Bei der Suche nach der Ursache wurde man auch schnell fündig: Wegen einer falsch gesetzten Kernbohrung wies das SML-Rohr vor der Wanddurchführung kein Gefälle bzw. Gegengefälle auf. Zusätzlich hatte man den Y-Anschluss so verlegt, dass das abgehende Rohr ein zu steiles Gefälle und einen fast 90 Grad betragenden Übergang auf den Boden hatte. Zusätzlich hatte der ausführende Unternehmer vergessen, die angeschlossene Kupferleitung (Vorrüstung für spätere Klimatisierung) abzudichten. Dieses Beispiel zeigt, dass – angefangen von der Planung über die Objektüberwachung bis zum Betrieb – kleine unscheinbare Nachlässigkeiten zu einem großen Schaden führen können:

  1. Aus Betreibersicht ist unverständlich, dass es insbesondere bei den mechanischen Gewerken keine Bedenken zu der umgesetzten Ausführung gab. Warum werden Mängel beim Bau (falsche Kernbohrung) nicht angezeigt bzw. die fachgerechte Ausführung bestätigt, obwohl bewusst gegen Ausführungsvorschriften verstoßen wurde?
  2. Immer deutlicher wird auch, dass selbst die Bauobjektüberwacher zu einer gewissenhaften Leistung gezwungen werden müssen. Qualitätssichernde Betreuung im Auftrag des Bauherrn kann später viele Kosten sparen.
  3. Wasserdetektionsmaßnahmen fallen immer wieder Einsparrunden bei entstehenden Kostensteigerungen zum Opfer. Aber Wasser ist erbarmungslos: Es sucht sich immer seinen Weg. Eine frühzeitige Detektion hätte in dem geschilderten Fall zumindest Sekundärschäden in den darunter liegenden Etagen erheblich minimieren können.
  4. In der Diskussion zum Schaden kam der Disput auf, ob SML-Rohre in nicht oder nur schwer zugänglichen Bereichen die richtige Wahl für Entwässerungsleitungen sind. Der Planer schwor auf das Material, der Fachbereich Sanitär des Facility Managers hatte von Anfang an Bedenken wegen bereits mehrfach aufgetretener Undichtigkeiten und Abnutzungen in anderen Gebäuden, konnte sich aber im Projektteam mit seiner Meinung nicht durchsetzen. Empfehlung: Setzen Sie lieber auf die Erfahrungen eines Praktikers als auf die Meinung eines Planers. Der Planer zieht weiter, das Facility Management bleibt in der Regel vor Ort.
  5. Man konnte bei der Schadensbeseitigung und Ursachenfindung auf verlässliche Partner im Umfeld setzen. Machen Sie sich für solche Ereignisse Gedanken und spielen Sie Szenarien für Notfälle gerade in sensiblen Bereich einmal durch. So hat man sich im beschriebenen Fall eines Reinigungsmittels bedient, das normalerweise von der Kriminalpolizei zur Beseitigung von Geruchsbelästigungen an Tatorten verwendet wird.

Fazit

Zusammenfassend muss man feststellen, dass Schäden immer entstehen können. Jedoch hängt es vom Zeitpunkt des Schadeneintritts und von den gegebenen Qualitäten ab, ob es geringe oder große Folgen haben wird.

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