sicherheits-berater
Close

Login

Wenn Sie sich hier zum ersten Mal seit dem 09.02.2024 anmelden wollen, nutzen Sie bitte die "Passwort vergessen"-Funktion.

Noch kein Abonnent? Hier geht es zu unseren Angeboten.
Close

Passwort vergessen

Close

Gastregistrierung

Mit Ihrer Registrierung erhalten Sie für 4 Wochen kostenlos und unverbindlich Zugriff auf unsere Inhalte.

Flutkatastrophe

Hochwasserschutz in Ordnung?

Ausgabe 16/2021
  |  
  |  
Ausgabe 16/2021
  |  

Die Hochwasserkatastrophe in NRW und in Rheinlandpfalz war verheerend. Mit über insgesamt 180 Toten und unfassbaren Schäden an Privatbesitz und öffentlicher Infrastruktur. Im Nachhinein stellt sich natürlich die Frage: „Hätte dieser Schaden nicht verhindert oder abgemildert werden können?“.

Hochwasserwarnung:

Zur Warnung vor Hochwasserereignissen wurde nach dem Elbhochwasser im August 2002 das europäische Hochwasserwarnsystem EFAS (European Flood Awareness System) aufgesetzt, das die Gefahrenabwehr bei Flusshochwassern stark verbessern soll. Die EFAS gab Anfang der 28. Kalenderwoche eine extreme Flutwarnung heraus. Das bedeutet, dass in den betroffenen Gebieten Lebensgefahr besteht.

Diese Meldungen wurden vom DWD (Deutscher Wetterdienst) an die zuständigen Behörden weitergegeben. Hier wurden bis zum 14.7.2021 für 37 Kreise vor extremen Hochwasser und langanhaltendem ergiebigem Starkregen gewarnt. Am 14.7.2021 wurden dann auch detaillierte Voraussagen zu Pegelständen auf Basis von Computermodellen in den betroffenen Gebieten vom EFAS übergeben.

Daraufhin wurden teilweise Talsperren abgelassen, Anwohner gewarnt und zum Verlassen der Wohnungen aufgefordert oder dazu, Maßnahmen zum Schutz der Behausungen zu treffen.

Fehlermöglichkeiten:

Es ist unvorstellbar, dass trotz detaillierter Wettermodelle, genauer topologischer Karten und durchgeführter Simulationen in Deutschland mehr als 180 Menschen an einem Hochwasserereignis sterben müssen. Die Fehlermöglichkeiten sind jedoch vielfältig und lassen den externen Beobachter bisher mit vielen Fragen zurück:

  • Was wurde genau von der EFAS als Warnmeldung an die einzelnen Behörden gemeldet? Waren die Meldungen unmissverständlich?
  • Welche Pegelstände wurden wo prognostiziert und wie weit waren die Abweichung zu realen Pegelständen? Waren die Simulationen ausreichend gut?
  • Haben die Behörden angemessen auf Warnungen reagiert?
  • Hat die Bevölkerung die Reaktion der Behörden angenommen und wurde die Gefahr angemessen kommuniziert?
  • Gab es Personen, die trotz angemessener Kommunikation nicht gehandelt haben, wenn ja warum?

Alle diese Fragen müssen aufgearbeitet und entsprechende Informationsflüsse analysiert werden. Gefundene Fehler müssen korrigiert und ein langanhaltendes Bewusstsein für Hochwassergefahren geschaffen werden. Ich hoffe, die verantwortlichen Institutionen stellen sich dieser Herausforderung und sorgen in der Zukunft für einen besseren Bevölkerungsschutz.

Muss ich meinen Keller leerräumen?

Könnte mein Haus, meine Firma oder sonstige Liegenschaften bei extremen Regenereignissen gleichwertig betroffen sein? Diese Frage haben sich in der Vergangenheit viele gestellt. Euskirchen und die Kölner Bucht werden normalerweise nicht mit so viel Regen bedacht. Umso unerwarteter und schadensvoller war das jetzige Ereignis.

Zur Prüfung der eigenen Liegenschaft auf Starkregengefahren bieten sich folgende Prüfpunkte an:

  • Wie nah ist der nächste Bach oder Fluss?
  • Wie hoch darf der Pegel steigen, bis ich betroffen bin?
  • Wie hoch ist das Regeneinflussgebiet des Baches/Flusses?
  • Gibt es eine Rückhaltefläche oder Staudämme? Bei vorrausschauendem Wasser-/Hochwassermanagement wirkt sich das positiv aus, bei schlechtem oder einem Dammbruch eher negativ.
  • Gibt es Brücken oder Barrieren, an denen sich Unrat festsetzen kann und das Wasser aufstauen kann?
  • Wie ist die Geländetopologie, wohin würden die Wassermassen fließen? Könnte sich gar der Flusslauf ändern?

Der eine oder andere Punkt könnte übrigens mit Google Earth sehr gut untersucht werden. So hätte man vor dem Flutereignis z. B. eventuell Erftstadt aus verschiedenen 3-D-Perspektiven betrachten können. Dabei hätte man wohl ein Gefühl für die Geländetopologie erhalten. Mit „aufgesetzter Hochwasserbrille“ wäre zudem der Verlauf der überfluteten Erft und die Gefahrenquelle Kiesgrube prognostizierbar gewesen.

Aus der Redaktion

Sicherheitsbranche

Radioempfang

Datenschutz

Sicherheitstechnik

Kommentar

Meist gelesen

Anzeige
SIMEDIA Akademie Sicherheitsechnik

Schwerpunkte

Login

Noch kein Abonnent? Hier geht es zu unseren Angeboten.