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RZ-Planung

Integrationstests sicherheitstechnischer Systeme

Ausgabe 5/2023
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Ausgabe 5/2023
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Integrationstests sind mittlerweile ein etabliertes Mittel, um die Leistungsfähigkeit einer versorgenden Infrastruktur von Rechenzentren vor Erstbezug oder nach größeren Änderungen nachzuweisen. Allerdings gilt es, den Fokus etwas zu weiten und auch solche Technologien und Anlagen mit einzubeziehen, die der Sicherheits- und Gefahrenmeldetechnik zugeordnet sind.

Hochverfügbarkeit und Redundanzen

Primär geht es bei Integrationstests naturgemäß um Hochverfügbarkeit und den Nachweis der Redundanzen der Versorgungssysteme. Im Gesamtkontext gesehen sind aber auch Sicherheitsmaßnahmen von so elementarer Bedeutung, dass die Anlagen nicht einfach nur aufgebaut und eingeschaltet werden dürfen, sondern die Wirksamkeit der zugrundeliegenden Sicherheitskonzeption durch Tests nachzuweisen ist. Dies fordert beispielsweise auch der TÜViT in seinem TSI-Katalog (www.tuvit.de). Doch welche Methodik ist hier anzuwenden und wie gelingt die Dokumentation erfolgreicher Prüfroutinen?

Realistisches Testszenario

Zunächst gilt es ebenso wie bei der Versorgungstechnik, Anlagen nicht als einzelne Bausteine zu betrachten, sondern den gesamten Prozess zu überblicken. Wie z. B. erfolgt genau der Zutritt zu einem Objekt? Einzelbausteine könnten das Unscharfschalten der Einbruchmeldetechnik, das Nutzen eines Zugangskontrollsystems mit mehreren Faktoren und das Durchlaufen einer Schleuse sein. In die andere Richtung erfolgt ein Verlassen des Objektes unter Nutzung derselben Systeme, jedoch mit anderen Restriktionen: Der Ausgang aus einem Hochsicherheitsbereich muss zum Beispiel nicht zwingend an mehrere Faktoren gebunden sein, das Scharfschalten der Einbruchmeldetechnik ebenso nicht. Der Ablauf ist ein gutes Beispiel für einen zu betrachtenden Prozess. Oft gibt es aber verschiedene Untervarianten, z. B. das regelmäßige Begehen mit mehreren Personen oder das regelwidrige Eintreten in eine Schleuse zu zweit. Ein realistisches Testszenario muss solche Eventualitäten mit betrachten.

Wirksamkeit der Meldekette

Die genannten Systeme sind in der Lage, in vielen Fällen Sabotage-, Störungs- oder Alarmmeldungen zu erzeugen. Möchte man die Wirksamkeit dieser Meldekette prüfen, sollte man ebenso wenig Täuschungsversuche an einzelnen Komponenten vornehmen, sondern im Grunde wie ein Eindringtäter agieren, dies natürlich nur im Rahmen von zerstörungsfrei prüfbaren Abläufen. Ein Beispiel könnte das Unterlaufen eines Einbruchmelde- und Zutrittskontrollsystems per Nachschlüssel sein, oder das bewusste Aufkeilen von Schleusentüren mit Simulation des geschlossenen Zustandes durch Manipulation der entsprechenden Meldekontakte.

Gefahrenmeldetechnik

Im Bereich der Gefahrenmeldetechnik wird oft durch die Detektion eines Zustandes eine ganze Kette von Aktionen und Reaktionen ausgelöst, die bestenfalls in einer Brandfall-Steuermatrix gewerkeübergreifend abgebildet sind. Ausgewählte, möglichst komplexe Szenarien sind in ihrer gesamten Kette durchzuspielen, bestenfalls kann in diesem Zusammenhang auch geprüft werden, ob die organisatorische Komponente, sprich Meldungen und Interventionen, reibungslos ablaufen und technische und organisatorische Aspekte ohne Reibungsverluste zusammenarbeiten.

Planung der Testszenarien

Die Planung solcher Szenarien kann sehr vielfältig werden, ist aber für eine lückenlose Dokumentation unumgänglich. Entsprechende Szenarien sind in Einzelblöcke aufzugliedern, von denen jeder für sich vom Vorgänger und Nachfolger klar abgegrenzt ist. Die Schritte müssen im Protokoll erfasst werden, die erwartete Reaktion der Systeme und Anlagen soll niedergeschrieben werden. In der Spalte daneben dokumentiert man im Testverlauf dann den eigentlichen Vorgang und beschreibt die tatsächlichen Reaktionen. Hier muss genug Raum sein, um Abweichungen zwischen erwarteter und tatsächlicher Reaktion zu dokumentieren und gegebenenfalls zu argumentieren.

Angemessener Aufwand

Sicherheitstechnische Anlagen und Systeme können durchaus komplexe Gebilde sein. Die Komplexität spiegelt sich bei Planung, Durchführung und Dokumentation von Integrationstests wider. Da aber für hochverfügbare Infrastrukturen ein mängelfreies Funktionieren sowie ein reibungsloses Zusammenspiel der Systeme von elementarer Bedeutung ist, ist der Aufwand ganz sicher nicht vergebens.

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