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Softwareprodukt

Daten sichern mit restic

Ausgabe 10/2019
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Ausgabe 10/2019
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Wenn ein sicherheitsorientiertes Netzdesign umgesetzt wird, das IT-Komponenten mit unterschiedlichem Schutzbedarf in getrennten Netzen stationiert, dann muss unter anderem dafür gesorgt werden, dass alle IT-Komponenten in allen Netzen angemessen gesichert werden.

Dabei müssen drei Ziele erreicht werden:

  1. Die Datensicherung muss die kleinteilige Fehlerkorrektur erlauben, es muss z. B. möglich sein, versehentlich gelöschte Dateien zügig wiederherzustellen.
  2. Die Datensicherung muss die Wiederherstellung im Großen unterstützen. Auch bei einem umfassenden Verlust von Informationen – zum Beispiel nach einem Angriff durch Ransomware – muss eine produktive IT in angemessen kurzer Zeit rekonstruiert werden können.
  3. Die Datensicherung muss ggf. auch die Funktion einer Archivierung mit übernehmen. Sie muss dann geeignet sein, Nachweis über den Stand von Software oder den Datenbestand zu einem Stichtag zu führen.

Bei Netzen mit besonderen Funktionen, wie eben einem Netz, in dem die Sicherheitstechnik stationiert ist, werden zumeist die Schutzziele „Eignung zur Fehlerkorrektur“ und „funktionierendes Katastrophen-Backup“ im Vordergrund stehen.

Während recht leicht zu formulieren ist, was erreicht werden soll, sollte aber auch klar sein, wie es erreicht werden kann. Es ist oft sehr schwierig, die im Officenetz eingesetzten Werkzeuge zur Datensicherung auch in davon abgeschotteten Netzen zu nutzen. Um das zu erreichen, wären zum Beispiel Netzübergänge in der Firewall freizuschalten, die möglicherweise alles Bemühen um Sicherheit konterkarieren. Ebenso kommen oft noch finanzielle Erwägungen ins Spiel, weil zusätzlich nötige Lizenzen überraschend kostspielig sind.

Eine ganz naheliegende Lösung für die Sicherung der Sicherheitstechnik scheint dann das gerne empfohlene und angebotene Backup in die Cloud zu sein. Mit Blick auf die geforderte Abschottung dieses Netzes kann das ein gangbarer Weg sein, wenn z. B. nur eine Verbindung per https aus dem sicheren Netz in Richtung der Cloud geöffnet werden muss.

Wenn der Transport der Daten unbedenklich ist, bleibt zu klären, ob die Lagerung der Sicherungsdaten in der Cloud wirklich sicher ist. Auch wenn dort ein verschlüsselter Datenspeicher für die Backups gebucht wird, bedeutet das, dass der Schlüssel beim Cloudanbieter liegt. Die Cloud ist vor allem ein Computer, der jemand anderem gehört.

Ein Werkzeug, das eine vertrauenswürdige Lösung für solche Planungen liefern kann, ist die Open Source Software „restic“ (https://restic.net). Restic ist eine Backupsoftware, die sich in bester Unix-Tradition auf einen Zweck, eben die Datensicherung und Rücksicherung, konzentriert. Damit wird die Überladenheit anderer Backupprogramme vermieden. Das Team um den Projektleiter „fd0“ folgt wenigen, nachvollziehbar wichtigen Zielen

Schlichtheit

Backups müssen reibungslos funktionieren, einfach und zuverlässig sein. Einfach heißt vor allem auch, dass die Rücksicherung einfach ist! Einfach heißt aber auch, dass Anwender mit der Software richtig umgehen können. Die Dokumentation zur hier besprochenen Software ist vorbildlich.

Geschwindigkeit

Eine Datensicherung mit restic soll nur durch die Geschwindigkeit der Speichermedien und (wahrscheinlicher) durch die des Netzes beschränkt sein. Häufige Sicherungen – auch außer der Reihe – sollen kein Problem darstellen. Rücksicherung sollen nur die Daten zurückholen, die tatsächlich benötigt werden – die Geschwindigkeit der Rücksicherung ist noch wichtiger als die des Wegschreibens.

Prüfbarkeit

Da die Rücksicherung der entscheidende Vorgang ist, muss der Anwender einfach prüfen können, dass tatsächlich alle gesicherten Daten wiederhergestellt werden können.

Sicherheit

Der Ort der Datenablage wird von restic immer als nicht vertrauenswürdig angesehen. Es könnte immer (andere) Administratoren geben, die Zugriff auf die gesicherten Daten nehmen können. Restic verschlüsselt grundsätzlich die gesicherten Daten, um die Vertraulichkeit und die Integrität zu gewährleisten. Daten werden per AES-256 Verschlüsselung vor fremden Zugriff gesichert, die Unverfälschtheit der gesicherten Daten wird durch Poly1305-AES- Prüfsummen garantiert.

Effizienz

Restic nimmt grundsätzlich eine De-Duplizierung vor, das heißt, bei zigfach vorhandenen Datenblöcken wird nur ein Original und darüber hinaus werden nur speicherplatzsparende Verweise darauf gespeichert. Zudem wird bei weiteren Sicherungen eines Datenbestandes bei restic als Snapshot bezeichnet – zunächst die Änderung gegenüber dem Original betrachtet. Diese nehmen nur den zusätzlichen Speicherplatz ein, den die zum Vorgänger veränderten Daten beanspruchen.

Wer sich mit dem Thema Datensicherung in die Cloud befasst, sollte nach Urteil des Sicherheits-Berater restic einer Prüfung unterziehen. Es dürfte kaum günstiger und einfacher möglich sein, z. B. auf einem Linux Server eine Datensicherung auf Azure Blob Storage, Amazon S3 oder der Google Cloud einzurichten, ohne sich Gedanken um die Vertrauenswürdigkeit derartiger Dienste machen zu müssen.

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