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Akteure

AIA, BAP, BIM-Manager und BIM-Koordinator in Bauprojekten

Ausgabe 19/2023
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Ausgabe 19/2023
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Die Bauindustrie befindet sich im Zeitalter der digitalen Transformation, angetrieben von der Building Information Mode-ling-Methodik. In dieser neuen Ära spielen zwei entscheidende Dokumente – die Auftraggeber- Informationsanforderungen (AIA) und der BIM-Abwicklungsplan (BAP) sowie die Rollen des BIM-Managers und des BIM-Koordinators eine zentrale Rolle, um den reibungs-losen Ablauf von BIM-Bauprojekten sicherzustellen.

AIA und BAP: Grundpfeiler der BIM-Strategie
Die Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) sind ein unverzichtbares Instrument, das den Rahmen für die BIM-Implementierung in einem Bauprojekt festlegt. Dieses Dokument definiert die spezifischen Anforderungen des Auftraggebers an das BIM-Modell und legt den Grundstein für die Austauschprotokolle, die Zusammenarbeit der Disziplinen und die Integration von Daten und Modellen.

Wichtige Fragen, die der AIA beantworten sollte:

  • Welche Ziele verfolgt das Projekt mit der BIM-Methode?
  • Wie beabsichtigt man, die Ziele zu erreichen (Anwendungsfälle)?
  • Wer ist im Projekt für was zuständig und wie sind die Kommunikationswege?
  • Was erwartet man wann in welcher Detailtiefe im Planungsmodell?

Beispiele für BIM-Ziele:

ZielBeschreibung
Optimierung der PlanungsqualitätFrühzeitiges Erkennen und Beheben möglicher Planungsfehler durch automatisierte Prüfprozesse der geometrischen als auch beschreibenden Modellinformationen.
KostensicherheitTransparente und nachvollziehbare Verknüpfung von 3-D-Objekten und Kalkulationspositionen: höhere Kostensicherheit
und Effizienzsteigerung durch genauere Mengendaten und Kostendaten in frühen Planungsphasen.
RisikominimierungRisikomanagement durch Anforderungsmanagement und Risikomodelle oder Terminsicherheit durch detaillierte Bauablaufmodelle und abgestimmte, integrierte Terminmodelle.
BauwerkseffizienzEffizienzsteigerung und bessere Lebenszyklusbetrachtungen durch z. B. frühe Energie- und CO2-Bilanzanalysen.

Beispiele für BIM-Anwendungsfälle:

modellbasierte Kostenplanung
modellbasierte Mietflächenberechnung
modellbasierte Terminplanung
modellbasiertes Mängelmanagement

Die AIA müssen vom Auftraggeber erstellt werden. Hierbei kann ein beauftragter Experte bei der Erarbeitung sehr hilfreich sein. Dieser könnte in einem Projekt im weiteren Verlauf auch die Einhaltung der AIA kontrollieren und die Rolle des BIM-Managers einnehmen.

Wichtig: Die AIA müssen bereits bei der Ausschreibung des Planers oder Architekten vorliegen. Damit können die in der AIA definierten Vorgaben zum Vertragsbestandteil werden und somit unerwartete Mehraufwendungen durch BIM-Anforderungen reduzieren.

Der BIM-Abwicklungsplan (BAP)
Der BIM-Abwicklungsplan (BAP) ist ein maßgeschneidertes Dokument, das die BIM-Implementierung im Projekt detailliert beschreibt. Er legt fest, wie die BIM-Methodik angewendet wird, welche Standards und Prozesse verwendet werden und wie die Zusammenarbeit zwischen den Teams gestaltet wird. Der BAP ist die Blaupause, die sicherstellt, dass alle Aspekte des BIM-Projekts reibungslos ablaufen.

Folgende Inhalte sollte ein BAP haben:

  • Welche Software wird zur Umsetzung welches Anwendungsfalles eingesetzt und welche Austauschformate werden verwendet?
  • Welche Anwendungsfälle können ggf. nicht oder nur teilweise umgesetzt werden?
  • Welche Personen übernehmen welche Rollen im Projekt?
  • Wie sind die gelieferten Modelle im Detail aufgebaut (Modell-Elemente-Matrix)?

Der BAP muss vom Auftragnehmer erstellt werden und stellt die Antwort auf die AIA dar. Weiterführende Informationen und Vorlagen zu AIA und BAP sind in der VDI 2552-Blatt 10 zu finden.

BIM-Manager: Dirigent der digitalen Harmonie
Der BIM-Manager ist der Leiter der BIM-Strategie im Projekt. Diese Schlüsselrolle erfordert ein tiefes Verständnis für BIM-Methoden und -Technologien. Der BIM-Manager koordiniert die Implementierung der AIA, überwacht die Einhaltung des BAP und fungiert als Schnittstelle zwischen den Teams und dem Auftraggeber.

Der BIM-Manager ist verantwortlich für die Auswahl der richtigen Projektaustauschplattform (CDE), sodass die verschiedenen Disziplinen reibungslos zusammenarbeiten können. Zudem fordert er die Bauwerksmodelle von den BIM-Koordinatoren ein. Diese Rolle erfordert auch eine klare Kommunikation, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Wissensstand sind und die BIM-Strategie erfolgreich umgesetzt wird.

BIM-Koordinator: das Bindeglied für reibungslose Zusammenarbeit
Der BIM-Koordinator ist der Dreh- und Angelpunkt für die Modellkoordination und Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen. Diese Rolle gewährleistet, dass die BIM-Modelle der Fachplaner effizient integriert werden und Konflikte oder Kollisionen zwischen den Systemen frühzeitig erkannt und behoben werden.

Der BIM-Koordinator arbeitet eng mit dem BIM-Manager zusammen, um sicherzustellen, dass die BIM-Strategie gemäß den Vorgaben des BAP umgesetzt wird. Diese Rolle erfordert eine proaktive Herangehensweise und die Fähigkeit, schnell auf Änderungen oder Herausforderungen zu reagieren. In der Regel koordiniert er die BIM-Fachkoordinatoren, die von den einzelnen Fachbereichen (HKLS, Elektro, Statiker etc. ) eingesetzt werden.

Fazit

Die Rollen von AIA, BAP, BIM-Manager und BIM-Koordinator sind von entscheidender Bedeutung für den Erfolg von BIM-Bauprojekten. Sie schaffen die Grundlage für effiziente Zusammenarbeit, klare Kommunikation und eine reibungslose Umsetzung der BIM-Methodik. In einer Zeit, in der digitale Zusammenarbeit und Integration immer wichtiger werden, sind diese struktur-gebenden Akteure unverzichtbar.

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