sicherheits-berater
Close

Login

Wenn Sie sich hier zum ersten Mal seit dem 09.02.2024 anmelden wollen, nutzen Sie bitte die "Passwort vergessen"-Funktion.

Noch kein Abonnent? Hier geht es zu unseren Angeboten.
Close

Passwort vergessen

Close

Gastregistrierung

Mit Ihrer Registrierung erhalten Sie für 4 Wochen kostenlos und unverbindlich Zugriff auf unsere Inhalte.

Bestandserfassung für ein BIM-Projekt

Ausgabe 19/2023
  |  
  |  
Ausgabe 19/2023
  |  

Die generelle Revitalisierung (Sanierung) von Bestandsgebäuden rückt immer mehr in den Vordergrund. Dies geht vor allem damit einher, dass ein Umdenken im Bausektor im Zuge des wachsenden Bewusstseins der Emissionsreduzierung stattfindet. Demnach ist es nur logisch, dass auch Bestandgebäude bei anstehenden Maßnahmen, wie Umbauten, Nutzungsänderungen, Renovierungen sowie Sanierungen, BIM-basiert weiterentwickelt werden.

Aufgrund von hohen Aufwendungen hinsichtlich der Bestandserfassung durch ein detailliertes 3D-Aufmaß oder durch die BIM-gerechte Erfassung mit Hilfe diverser Software-Neuanschaffungen wurden bis dato überwiegend Neubauten BIM-unterstützt erstellt. Die Erfassung eines bestehenden Objektes stellt momentan die meisten Planerinnen und Planer noch vor hohe Herausforderungen.

Längerfristig gesehen hat die BIM-basierte Planung aber einen großen Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Vorgehen. Sie gewährleistet einen hohen Mehrwert in der Ausdetaillierung von Gebäudedaten in den verschiedenen Leistungsphasen und in der weiterführenden Nutzung.

Durch das Einpflegen von Informationen wie Gebäude-, Raum- und Bauteildaten dient der digitale Zwilling des Bestandes als Informationsbasis und kann in der weiteren Entwicklung des Projektes optimiert werden. Aufgrund dessen können Gewerke während der Bauarbeiten oder nach Inbetriebnahme den Verlauf, z. B. von Kabel- und Rohrführungen, besser nachverfolgen. Dies hat vor allem auch für mögliche Sanierungsmaßnahmen und die Instandhaltung in den Folgejahren einen Nutzen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Bestandserfassung anzugehen. Dabei kommt es vor allem auf die Komplexität des Gebäudes an. Nimmt man die Bestände eines einfachen, orthogonal (rechtwinklig) geschnittenen Gebäudes auf, so reicht meistens ein Handaufmaß mit einem Lasermessgerät. Handelt es sich bei dem Objekt um ein komplexes Gebäude, beispielsweise mit einem polygonalen Grundriss und viel Ornamentik, wird das 3D-Laserscanning empfohlen.

Neben den verschiedenen Aufmaßen kann die Grundlage für ein BIM-Modell auch aus Vermessungen, Fotogrammetrien (berührungsloses Messen mithilfe von Bildern) und geographischen Informationssystemen resultieren. Zu Beginn einer Bestanderfassung sollte man jedoch erst einmal die schon vorhandenen Pläne sichten. Existieren bereits aktuelle 2D-Zeichnungen, können diese maßstäblich in ein CAD-Programm importiert und auf dieser Grundlage 3D-Bauteile nachkonstruiert werden. Jedoch ist ein Kontrollaufmaß immer ratsam. Auf Basis der Projektanforderung und des vorher fixierten Detaillierungsgrades für das Projekt werden die not-wendigen Daten bestimmt und demnach die erforderlichen Bauteile und deren Geometrien aufgemessen.

Im Folgenden werden unterschiedliche Verfahren zur Bestandsaufnahme und digitaler Datenerfassung genauer beschrieben.

3D-Laserscan

Die detaillierteste Erfassung ist der 3D-Laserscan. Dabei kann der Laserscan entweder an einer Drohne befestigt werden oder er wird an verschiedenen Orten stationär im Gebäude aufgebaut. Das Gebäude wird demnach durch mehrere Millionen Punkte erfasst. Diese bilden die sogenannten Punktwolken. Gleichzeitig werden Fotos erstellt, die zu einem 3D-Panoramabild zusammengefasst werden. In kurzer Zeit können demnach komplexe Gebäude sehr detailliert erfasst werden.

Für die spätere Modellierung werden dann die Bauteile manuell in die aufgenommenen Punktwolken eingefügt. Dadurch, dass Punktwolken nicht in herkömmlichen CAD-Programmen bearbeitbar sind, ist die Nachbereitung etwas komplexer. Am Markt existieren bestimmte Auswerte-Applikationen, die eigenständig auf Grundlage der Punktwolke Bauteile generieren können und die aufgrund dieser Basis neue Wandtypen mit den dazugehörigen Wandstärken erstellen. Einige Programme können beispielsweise auch Rohrleitungen und Kabelführungen nahezu automatisch in 3D-Modelle umwandeln.

Die Vorteile des Laserscannings sind vor allem die Möglichkeit zum genauen Aufmessen komplexer Gebäude, eine hohe Geschwindigkeit der Datenerfassung sowie die kurzen Vor-Ort-Aufmaßzeiten. Zudem erlangt man ein sehr detailliertes Ergebnis, bei dem sich auch fehlende Messpunkte oder Unstimmigkeiten durch die hohe Anzahl an aufgenommenen Bildern und Punktwolken im späteren Verlauf nachkonstruieren lassen.

3D-Tachymetrie

Die 3D-Tachymetrie setzt man beispielsweise bei verformungsgerechter (realitätstreuer) Vermaßung und Dachschrägen ein. Das Messverfahren generiert direkt CAD- beziehungsweise BIM-Daten. Der Vorteil liegt darin, dass die Nachbereitung verkürzt wird, da man das BIM-Modell später nicht aufwendig nachbearbeiten muss. Unmittelbar vor Ort entstehen dreidimensionale BIM-Modelle inklusive der Erfassung von Bauteilen und den dazugehörigen Attributen. Bei dem tachymetrischen Messverfahren geht es nicht nur, wie beim Laserscanning, um die reinen Geometriedaten, sondern auch um die Informationen der aufgenommenen Bauteile.

Aufgrund der digitalen Lösungen generiert man demzufolge eine Effizienzsteigerung für alle Projektbeteiligte. Vor allem im Bestand ist es wichtig, alle notwendigen Details zu erfassen und zu untersuchen. So kann man genau nachvollziehen, wo Kabelführungen liegen und Rohre durchlaufen. Gerade auch für die Fachplaner ist dies von großem Nutzen.

In der Sicherheitsplanung ermöglicht die digitale Bestandserfassung eine genauere Planung im Hinblick auf die Bestandsanalysen. Mögliche Sicherheitslücken können aufgedeckt werden und direkt an die Kunden vermittelt und behoben werden. Durch das genaue Aufnehmen des Bestandes kann das Fehleraufkommen während der Ausführung reduziert werden.

Durch die Aufmaßmethoden und die etablierten Softwarelösungen für die Nachbereitung ist es möglich, die Wirtschaftlichkeit, die Effizienz, sowie den Zeit-Kosten-Aufwand längerfristig zu minimieren.

Aus der Redaktion

Monitordarstellung

Erfahrungsbericht

Sicherheitstechnik

Zu Guter Letzt

Sabotage

Meist gelesen

Anzeige
SIMEDIA Themenbereich Rechenzentren

Schwerpunkte

Login

Noch kein Abonnent? Hier geht es zu unseren Angeboten.