Sind alle Funktions- und Integrationstests einmal erfolgreich abgeschlossen, begibt man sich in die wohl längste Phase einer Sicherheitslösung – nämlich in die Betriebsphase. Gewöhnlich werden sicherheitstechnische Anlagen und Systeme durch Instandhaltungsleistungen gepflegt und über Jahre funktionsfähig gehalten. Diese Instandhaltungsleistungen können vorbeugenden oder korrektiven Charakter haben und gliedern sich üblicherweise in Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Verbesserung. Dies ist das allgemein übliche Vorgehen, das von vielen praktiziert wird.
Erweiternd kann und soll hier der Gedanke eines kontinuierlichen Zyklus´ dazu genutzt werden, einen Schritt weiterzugehen: Nicht nur die Technik an sich muss am Leben erhalten werden, sondern auch die Erreichung der ursprünglich gesteckten Schutzziele sind permanent kritisch zu hinterfragen. Ebenso gehört eine ständige Fortschreibung sowie Anpassung der Ziele durch sich ggf. verändernde Risiko- und Gefährdungslagen dazu. Denn selten gilt in dieser Beziehung das, was vor Jahren bei der Entwicklung der Lösung festgestellt wurde, fort bis in alle Ewigkeit.
Jedoch werden solche Betrachtungen bzw. deren Umsetzung nicht immer fortlaufend und auch konsequent durchgeführt. Ganz sicher gibt es immer noch viele, die meinen, dass man Sicherheitstechnik zur Inbetriebnahme einschaltet und dann 20 Jahre geräuschlos vor sich hinlaufen lässt. Aber gerade das zyklische Betrachten der Schutzziele, die der Lösung zugrunde liegen, ist ein wichtiger Schritt, damit eine Lösung auch viele Jahre genauso zielgenau bleibt, wie sie am Anfang einmal konzipiert und aufgebaut wurde. Leider geschieht dies nicht von selbst, sondern muss durch einen laufenden Prozess fortwährend betrachtet werden.
Wenn man also eine erfolgreiche Initialphase in einen laufenden Prozess überführt, hat man beste Chancen, dass die Lösung für lange Zeit die gesteckten Ziele erreicht und zum Unternehmenserfolg beiträgt.
Fast nahtlos lässt sich das Vorgenannte fortschreiben, wenn man gedanklich etwas tiefer in die einzelnen technischen Systeme eintaucht. Zahlreiche Sicherheitssysteme sind heute reinrassige IT-Systeme. Anlagen benutzen oft keine eigenen Leitungswege oder proprietäre Übertragungsverfahren mehr, sondern kommunizieren über anwendungsneutrale Kommunikationsverkabelungen, wie sie auch in der IT genutzt werden. Die Komponenten sind oft keine Einzelsensoren oder Melder mehr, sondern kommunizieren gewissermaßen als kleine Webserver direkt im Netz. Und die Zentralen sind keine anlagentypischen Kisten mehr, sondern kommen als Server daher.
Eine solche Architektur erfordert per Definition dann ein angemessenes Maß an IT-Sicherheit und Datenschutz. So etwas schreibt man üblicherweise in einem Informationssicherheitskonzept nieder. Ein solches Werk beschreibt dann IT-Sicherheits- und datenschutzrelevante Inhalte für sicherungstechnische Systeme und Leitstellen entsprechend den Regeln bzw. dem Stand der Technik. Wie man dieses Werk und den Gesamtprozess gestaltet, beschreibt am besten die Normenreihe ISO 27000.
Die Struktur der ISO 27000 ist wiederum geprägt von:
- einer Phase der Konzeption,
- einer Phase der Planung,
- einer Phase der Umsetzung und schlussendlich
- einer Phase der ständigen Überwachung.
Wie dieser kurze Beitrag zeigt, ist auch in der Betriebsphase einer sicherheitstechnischen Lösung bei Verantwortlichen im Sicherheitsmanagement genug zu tun. Es handelt sich um wichtige Tätigkeiten, die für Kontinuität sorgen, denn nur wer seine Sicherheitssysteme am Laufen hält, kann sie über lange Jahre erfolgreich nutzen.

