Natürlich wissen Sie als Experte, dass nur die Summe einzelner Sicherheitsmaßnahmen für das Gelingen eines ganzheitlichen Konzeptes maßgeblich ist. Aber gerade die Details von Einzelbausteinen oder auch Produkten sind verantwortlich dafür, dass diese dann auch in gewünschter Form ineinandergreifen. Beispiel: Metalldetektion – hier haben wir Bausteine, die erst in Kombination mit anderen Zugangstechniken bzw. auch durch personellen Einsatz eine effektive Wirkung zeigen können. Zudem bereiten meist diejenigen Produkte Probleme, deren Einsatzgebiet nicht zur Funktion passt, sodass Fehlalarme entstehen und deren Fülle letztendlich zur Abschaltung dieser Technik führt. Zugegeben, allein die Aufstellung eines Standard-Metalldetektors an einem neuralgischen Punkt, beispielsweise am Ausgang eines Produktionsbereiches der Edelmetallverarbeitung, wirkt zunächst einmal präventiv – allerdings braucht es nur eine geringe Anfangszeit, bis die Mitarbeiter auch die Wirkungslosigkeit des inaktiven Detektors erkannt haben.
Bleiben wir beim Metalldetektor und einem einfachen Beispiel: Betriebe, die mit der Verarbeitung von Edelmetallen oder hochwertiger Elektronik zu tun haben, müssen sich logischer Weise ganz besonders mit dem Thema Diebstahl auseinandersetzen. Allein dazu reichen die konventionellen Sicherheitstechniken, wie Zugangskontrollen, Videoüberwachung oder Einbruchmeldetechnik, nicht aus.
Es geht hierbei z. B. vor allem um die Entnahme von kleinen Mengen an hochwertigen Edelmetallen, wie Gold, Platin oder Silber. Der Fantasie, wie solche Kleinstmengen herausgeschmuggelt werden, sind keine Grenzen gesetzt. Ob es Münzen im Schuh sind, die Platinspäne im gegelten Haar oder die Nutzung von Körperöffnungen – all diese Verstecke sind nur durch eine konsequente Detektion an allen relevanten Zu- oder Ausgängen zu ermitteln. Schaut man sich die Charakteristik der Metalldetektoren an, so werden bereits kleinste metallische Objekte im oder am menschlichen Körper erkannt. Wie wäre dann beispielweise auf Implantate (z. B. künstliche Gelenke oder Zahnprothesen) oder persönliche Schmuckgegenstände (z. B. Eheringen oder Piercings) zu reagieren?
Bei einer aktuellen Recherche stieß ich auf ein Produkt der italienischen Firma CEIA (COSTRUZIONI ELETTRONICHE INDUSTRIALI AU-TOMATISMI), die hierfür eine technische Lösung parat hält. Es handelt sich um das Produkt SMD601 Plus mit Profiling-Funktion, einem Loss Prevention Durchgangs-Metalldetektor. Dabei wird eine für jede Person individuelle Metallsignatur erstellt (Produktblatt via Kurz-link https://bit.ly/2XWXDTD ). Diese Signatur soll das Profil des entsprechenden Mitarbeiters inklusive seiner Arbeitskleidung und den ggf. vorhandenen regelmäßig mitgeführten Metallgegenständen widerspiegeln. Sie ist verschlüsselt und nicht einsehbar im Speicher auf dem Metalldetektor hinterlegt. Verlässt der Mitarbeiter nach Schichtende den sensiblen Bereich, dann meldet er sich am Detektor an und geht anschließend hindurch.
Das Profiling-System führt beim Durchgang des Mitarbeiters durch den Detektor eine Kongruenzüberprüfung der aktuell gemessenen Metallsignatur mit der gespeicherten Signatur durch. Erkennt der Detektor eine Abweichung, erfolgt eine Alarmierung mit Höhenangabe des Treffers. Diese Höhenangabe ist insofern sinnvoll, da die anschließende Nachkontrolle mit Hilfe einer Handsonde zielgerichtet und ohne den gesamten Körper zu sondieren, somit schneller, zum Erfolg führt. Der Vorgang des Austritts des Mitarbeiters inklusive seiner Anmeldung im System und der vergleichenden Detektion dauert nach Angaben des Herstellers nicht länger als ca. fünf Sekunden. Für größere Anwendungen über ein Verwaltungssystem sind bis zu 50 Metalldetektoren vernetzbar und synchronisierbar, wodurch ein Mitarbeiterprofil auf mehrere Ein- oder Ausgangsbereiche oder auch Firmenniederlassungen registriert werden kann. Laut Hersteller wird die personalisierte Metallsignatur unter Berücksichtigung der Datenschutzrichtlinien verschlüsselt gespeichert.
Ein kleiner Tipp noch am Rande: Das Tragen von Arbeitsschutzschuhen mit einer Stahlkappe ist in den beschriebenen Bereichen nicht zu empfehlen. Der große Metallanteil der Kappe im Schuh führt dazu, dass kleinere Mengen im Nahbereich der Schuhe nicht mehr detektiert werden können. Eine Gegenmaßnahme wäre die Deaktivierung des Schuhbereiches am Detektor oder das Akzeptieren einer Alarmierung bei jedem Durchgang – beides ist nicht zu empfehlen, da somit die Wirksamkeit des Sensors stark beeinträchtigt würde. Die bessere Alternative wäre hingegen, auf Arbeitsschutzschuhe mit Kunststoffkappe umzustellen – der Trend geht ohnehin in diese Richtung, da solche Schuhe leichter sind und somit besser tragbar. Selbstverständlich bleibt die für die Ausübung der beruflichen Tätigkeit erforderliche Sicherheitsklasse zu berücksichtigen.
Es gibt sicherlich noch weitere offene Fragen in Zusammenhang mit diesem System. Da die SECURITY Essen – und damit der von der Firma CEIA geplante Auftritt – bekanntlich ausfällt, empfiehlt es sich, den Hersteller auf klassischem Wege zu kontakten. Die Kontaktdaten und weitere Informationen finden Sie auf www.ceia.net, ein ausführliches Firmenprofil via Kurzlink https://bit.ly/3gZLWmE .

