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Sicherheitstechnik

Mobile Fahrzeugsperre mit Polizeizertifikat

Ausgabe 4/2020
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Ausgabe 4/2020
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Auf der im Januar in Nürnberg stattgefundenen Messe Perimeter Protection wurden wir auf eine interessante Fahrzeugsperre aufmerksam. Es handelt sich hierbei um ein mobiles Barrieresystem gegen Fahrzeugattacken des Herstellers PITAGONE (www.pitagone.com) in Vertrieb der Firma Bonowi IPE GmbH mit der Modellbezeichnung F18. Diese besitzt neben bekannten internationalen Zertifikaten, wie dem amerikanischen ASTM dem britischen PAS 68“ und der ISO-Regel IWA 14-1, auch ein deutsches Testzertifikat wie folgt:

Es hatte den Anschein, dass die Polizei bundesweit einen steigenden Bedarf an Systemen zur Sicherung von öffentlichen Veranstaltungen, Objekten oder Plätzen reklamiert. Um diesen Bedarf zu decken, sah der Untersuchungsausschuss Führung, Einsatz und Kriminalitätsbekämpfung es für notwendig an, eine entsprechende Richtlinie zu erarbeiten.

Diese Richtlinie sollte als Grundlage für die bundesweite Beschaffung mobiler Fahrzeugsperren dienen und Grundanforderungen beinhalten. Herausgekommen ist die technische Richtlinie „Mobile Fahrzeugsperren“ Version 0.7 Stand: 12.07.2018. Sie wurde durch das Polizeitechnische Institut der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster entwickelt und im August 2018 in Kraft gesetzt.

Die oben genannte mobile Fahrzeugsperre wurde von der DEKRA Automobil GmbH getestet und erhielt das Prüfzertifikat gemäß der neuen Richtlinie für die Schutzklasse SK1B. Somit kann sie einer Mindest-Aufprallenergie von 800 Kilojoule widerstehen und ist für befestigten Untergrund geeignet.

Die Anforderungen in der Richtlinie an die mobilen Fahrzeugsperren sind vielfältig und schaffen eine gute Basis, solche Systeme auch im privaten Sektor einzusetzen. Es ist die Rede von der Einhaltung der allgemeinen anerkannten Regeln der Technik, der Werkstoffbeschaffenheit, der Funktionalität in einem Temperaturbereich von minus 20 Grad Celsius bis über 70 Grad Celsius, Mindestbrandschutzklasse B1 gem. DIN 4102-1 und vieles mehr.

Neben weiterführenden grundlegenden Anforderungen zur Dokumentation sind vor allem praktische Anforderungen aufgeführt, diese sind:

  • einfache Ausführung,
  • wenig personal- und schulungsintensiv,
  • modular und flexibel einsetzbar,
  • ohne technisches Spezialwissen schnell auf-, ab- und zusammenbaubar,
  • manipulationssicher

Darüber hinaus sind natürlich die wesentlichen Anforderungen an die Standsicherheit bei Aufprall, die Minimierung des Streubereichs durch Fahrzeugteile bei Aufprall und die Eindringtiefe des Fahrzeuges bzw. der Sperren bei erfolgter Verschiebung grundsätzliche Prüfungspunkte innerhalb der Testverfahren.

Und so kommen wir auch zur Qualität der erwähnten Fahrzeugsperren. Sie sind auf Grund ihrer Bauform mobil aufstellbar, besitzen eine kurze Montagezeit, sind durch ein Transport- bzw. Aufbewahrungsrack recht einfach zu handhaben und können auf zwei verschiedenen Größen eingestellt werden. Mit der Fahrzeugsperre sind zwei Testversuche der DEKRA durchgeführt wurden:

  1. Testfahrzeug mit einer Masse von 11.980 Kilogramm, bei einer Geschwindigkeit von 42,6 Stundenkilometern und einem Aufprallwinkel von 89,0 Grad mit der daraus resultierenden Aufprallenergie von 839 Kilojoule
  2. Testfahrzeug mit einer Masse von 11.950 Kilogramm, bei einer Geschwindigkeit von 42,2 Stundenkilometern und einem Aufprallwinkel von 46,2 Grad mit der daraus resultierenden Aufprallenergie von 821 Kilojoule

Im Test 1 ergaben sich daraus eine Eindringtiefe von 34 Metern und eine Streuweite von 34 Metern bei 115 Grad und im Test 2 eine Eindringtiefe von 24,2 Metern mit einer Streuweite von 24,2 Metern bei 104 Grad. Durch die Konstruktion der Sperren wurde nach jedem Test der Motor so weit zerstört, dass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war.

Aus den ermittelten Eindringtiefen und Streuwerten lässt sich der optimale Einsatzort ableiten und, mittels anderer getesteter und zertifizierter Systeme, können diese je nach den Bedürfnissen der unterschiedlichen Einsatzorte ausgewählt werden.

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