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Normen

Standardisierung in der BIM-Planung

Ausgabe 19/2023
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Ausgabe 19/2023
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Im Kontext BIM spielen Normierungen eine entscheidende Rolle, um eine effiziente Planung zu gewährleisten. Normen bieten die Grundlage für eine gemeinsame Nutzung von Daten und ermöglichen eine fachübergreifende Qualitätssicherung.

Wie in dem Beitrag „BIM: Building Information Modeling“ hier im Heft ab Seite 359 erläutert umfasst die BIM-Methodik das Erstellen und Verwalten von digitalen Modellen, die Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks enthalten. Ohne klare Richtlinien und Normen könnten diese Modelle jedoch in unterschiedlichen Formaten und Strukturen erstellt werden, was zu Ineffizienz und Missverständnissen führen würde. Normen definieren einheitliche Datenformate, Klassifizierungen und Bezeichnungen, um sicherzustellen, dass alle Projektbeteiligten dieselbe Sprache sprechen.

Die International Organization for Standardization (ISO) sowie das buildingSMART-Konsortium sind wichtige Akteure bei der Entwicklung von BIM-Normen. So legt die Norm ISO 19650 die Grundlagen für die Verwaltung von Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerkes fest. Sie schafft damit klare Strukturen für ein effizientes Datenmanagement und die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure, wodurch die Konsistenz in Projekten gesichert wird.

Des Weiteren strebt buildingSMART International einen internationalen Industriestandard an, bei dem mittels sogenannter Universal Types® Produktattribute zusammengefasst wird. Konkret thematisiert der Standard die Angleichung von Beschreibungen für Baumaterialien und Bauprodukte, sodass Attribute genau zugeordnet werden können. Gemäß ISO 12006-3 werden diese Informationen durch eine einheitliche Standardisierung für Nutzer zugänglich gemacht, die dann direkt in das IFC-Modell übertragen werden können.

Wenn bei einer BIM-Planung verschiedene Disziplinen, wie z. B. Architekten und Ingenieure bis hin zu Bauunternehmen und auch Sicherheitsberater, zusammenarbeiten, werden oftmals unterschiedliche Tools für deren Aufgabenfelder genutzt. Um sicherzustellen, dass die vorliegenden Informationen ausgetauscht und in einem zentralen Modell vereint werden können, wurde das IFC-Format (Industry Foundation Classes) zum Datenaustausch festgelegt. Durch dieses Format werden die Modelle der einzelnen Fachplaner zu einem „Koordinationsmodell“ zusammengefasst. Auf Basis des IFC-Modells unterstützt das BIM-Collaboration Format (BCF) den Kommunikationsaustauch zwischen den Projektbeteiligten.

Um sicherzustellen, dass der Auftraggeber alle notwendigen Informationen und Anforderungen präzise formuliert, gibt es die „Auf-traggeber-Informations-Anforderungen“ (AIA). Dabei handelt es sich um spezifische Anforderungen, die ein Auftraggeber von einem Auftragnehmer benötigt. Diese können verschiedene Aspekte wie z. B. technische Spezifikationen, Lieferfristen, Qualitätsanforderungen und rechtliche Bestimmungen beinhalten.

Die Richtlinie VDI 2552 (Verein Deutscher Ingenieure) beschäftigt sich ebenfalls mit der technischen Produktdokumentation. Sie enthält Anleitungen und Empfehlungen zur Erstellung von Modellen, Dokumentationen und Informationen, die bei der Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Bauwerksmodellen relevant sind.

Zudem legt die Richtlinie die Modellgenauigkeit fest. Dabei handelt es sich um die präzise Modellierung von 3D-Bauteilen und deren sauberen Anschluss an benachbarte Bauteile. Bauteile sollen hierbei so konstruiert werden, wie sie auch später auf der Baustelle gebaut werden. Die Höhe einer Wand erstreckt sich beispielsweise nicht über das gesamte Gebäude, sondern wird dem tatsächlichen Bauablauf entsprechend pro Geschoss modelliert. Der Detaillierungsgrad der Ausarbeitung des Modells wird im weiteren Schritt in der „AIA“ für alle Projektbeteiligten festgeschrieben.

Die Ableitungen von Zeichnungen wie z. B. Ansichten, Schnitte, Perspektiven usw. müssen eine Kohärenz zu dem erstellten BIM-Modell bilden, die entsprechend den festgeschriebenen Richtlinien für Bauzeichnungen ausgearbeitet werden. Die in der VDI 2552 beschriebenen Vorgaben können ebenso die Prozesse der Planung, Bauausführung und späteren Instandhaltung der Gebäude optimieren. Dies gilt nicht nur für Planungsbüros, sondern beispielsweise auch für Gutachter, Sachverständige und Berater.

Das Anwenden der Richtlinie kann dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Fachleuten zu verbessern, einheitliche Standards in der technischen Dokumentation zu etablieren und somit Fehler zu minimieren. Zudem soll so die Qualität der Produkte verbessert und die Effizienz in der Produktentwicklung gesteigert werden.

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