Das WORLD ECONOMIC FORUM hat die 19. Ausgabe seines aktuellen Global Risks Report veröffentlicht: „The Global Risks Report 2024“ findet sich 124 Seiten stark in englischer Sprache auf www3.weforum.org (Kurzlink https://bit.ly/48Ggl4g) oder als fünfseitige deutschsprachige Zusammenfassung auf der gleichen Webseite (Kurzlink https://bit.ly/3U1CLYU). Die Studie basiert auf den An-sichten von über 1.400 globalen Risikoexperten und Führungspersonen aus Politik und Wirtschaft. Die Ergebnisse lauten, dass die globalen Aussichten kurzfristig negativ sind und sich langfristig weiter verschlechtern könnten.
Für Leser und Leserinnen, die es noch kürzer mögen, hier ein Überblick über die wichtigsten Aussagen:
- Der Report warnt vor erheblichen globalen Herausforderungen.
- Kurzfristig stellt die Fehl- und Desinformation das größte Risiko dar, während langfristig extreme Wetterereignisse und Veränderungen der Erdsysteme besorgniserregend sind.
- Er prognostiziert, dass sich in den nächsten zehn Jahren eine multipolare oder fragmentierte Weltordnung herausbilden wird, was die Zusammenarbeit bei globalen Problemen beeinträchtigen könnte. Der Mangel an Kooperation erfordert neue Ansätze und Lösungen.
- Die instabile Weltordnung, polarisierende Narrative, Unsicherheit durch extreme Wetterereignisse und wirtschaftliche Unsicherheit tragen dazu bei, dass Risiken, einschließlich Fehl- und Desinformation, zunehmen und sich ausbreiten.
- Die Führungspersonen weltweit werden aufgefordert, kurzfristige Krisen zu bewältigen und die Grundlagen für eine widerstands-fähigere, nachhaltigere und integrativere Zukunft zu schaffen.
- Die 10 größten Risiken in den nächsten zwei Jahren:
| 1. Fehl- und Desinformation | 6. Mangel an wirtschaftlichen Möglichkeiten |
| 2. extreme Wettereignisse | 7. Inflation |
| 3. gesellschaftliche Polarisierung | 8. unfreiwillige Migration |
| 4. Cyberrisiken | 9. wirtschaftlicher Abschwung |
| 5. zwischenstaatlicher bewaffneter Konflikt | 10. Verschmutzung |
- In zehn Jahren soll das Nr-1-Risiko Fehl- und Desinformation an die fünfte Stelle rücken.
- Auf die Positionen 1 bis 4 rücken dann ausschließlich Umweltrisiken:
| 1. extreme Wetterereignisse | 3. Verlust der biologischen Vielfalt und Zusammenbruch von Ökosystemen |
| 2. kritische Veränderung der Erdsysteme | 4. Knappheit der natürlichen Ressourcen |
- Auf Position 6 sieht der Bericht „Nachteilige Folgen von KI-Technologien“.
Carolina Klint, Risk Management Leader, Continental Europe, bei Marsh, zieht folgendes Resümee aus den Ergebnissen des Reports:
„Wir müssen uns unermüdlich darauf konzentrieren, unsere Resilienz auf organisatorischer, nationaler und internationaler Ebene zu stärken, und wir müssen die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor intensivieren, um dieser sich rasch verändernden Risikolandschaft zu begegnen.”
Auf die Frage, wie die Experten die Welt in zehn Jahren sehen, nannte nur ein Prozent der Befragten das Attribut „ruhig“. 99 Prozent der Antworten fielen auf folgende vier Beschreibungen:
- „Volatil“: Drohende Risiken globaler Katastrophen (17 %)
- „Turbulent“: Umwälzungen und erhöhtes Risiko globaler Katastrophen (46 %)
- „Unbeständig“: Gewisse Instabilität, mässiges Risiko globaler Katastrophen (29 %)
- „Stabil“: Vereinzelte Ausfälle, geringes Risiko globaler Katastrophen (8 %)

