In der Nacht vom 28. zum 29. Januar ist die Polizei Berlin gemeinsam mit dem Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur (BNetzA) und der Bundespolizei erfolgreich gegen illegalen Flugfunkverkehr vorgegangen. Das geht aus einer entsprechenden Mitteilung auf www.bundesnetzagentur.de (Kurzlink https://bit.ly/36SyEFw ) hervor. Dabei gelang es, wie verschiedene Berliner Medien berichteten, Spezialkräften der Bundespolizei und der Bundesnetzagentur, den aktiven Funkverkehr in eine Wohnung in Berlin-Köpenick zurückzuverfolgen. Beamte durchsuchten daraufhin die Wohnung des Verdächtigen und ertappten ihn den Angaben zufolge „auf frischer Tat“. Die Beamten hätten zwei Funkgeräte gefunden, die entsprechende Frequenzen aufgewiesen hätten. Der Mann selbst habe keinerlei Angaben gemacht. Er wurde vorübergehend festgenommen. Die Geräte wurden als Beweise beschlagnahmt. Die Polizei Berlin (@polizeiberlin) twitterte die Mitteilung mit dem Hinweis: „Für alle, die uns in letzter Zeit nach Einsätzen unseres Polizeihubschraubers in #Köpenick fragten. Eine nicht alltägliche Festnahme.“
Laut Mitteilung soll der 32-jährige Verdächtigte mehrfach Funkkontakt zu Passagier- und Transportflugzeugen sowie Hubschraubern der Bundes- und Landespolizei im Berliner Raum aufgenommen haben. Er soll die Piloten zu Richtungsänderungen aufgefordert haben. Bei der Auswahl der angefunkten Flugzeuge und Hubschrauber sei der Verdächtige „willkürlich und wahllos“ vorgegangen, sagte die Sprecherin. Dabei sollen die Fluganweisungen im vergangenen halben Jahr „immer professioneller“ gewirkt haben. Der Verdächtigte hätte mit seinen vermeintlichen Anweisungen auch „gefährliche Flugmanöver“ auslösen können. Ermittelt wird wegen des dringenden Verdachts des mehrfachen gefährlichen Eingriffs in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr.
Der Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur hat im Jahr 2020 über 3.500 Funkstörungen und elektromagnetische Unverträglichkeiten vor Ort ermittelt und beseitigt. Jede vierte Störung betraf einen sicherheits- oder systemrelevanten Funkdienst, beispielsweise von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, den Flugfunk und öffentliche Mobilfunknetze.
Die Bundesagentur für Deutschlands Netze ist, mit ihrem Mess- und Prüfdienst, immer dann gefragt, wenn Beeinträchtigungen von Funk- und Telekommunikationsdiensten keine betrieblichen Ursachen haben, sondern durch ungewollte oder unzulässige Funkaussendungen oder andere elektromagnetische Effekte verursacht werden. Die Messexperten der BNetzA sind an 19 Standorten im Bundesgebiet mit Messfahrzeugen vertreten, um flächendeckend Aufgaben wahrnehmen zu können. Darüber hinaus werden ein akkreditiertes Messlabor für die Marktüberwachung und eine Satellitenmessstelle betrieben.

