Die moderne Arbeitskultur mit einer noch nie dagewesenen hohen beruflichen Mobilität sollte den Sichtschutz für das Notebook in der Öffentlichkeit längst – gefühlt seit Jahrzehnten – zur Selbstverständlichkeit gemacht haben. Dass dies keineswegs der Fall ist, bringt ein kürzlich auf LinkedIn veröffentlichter, gut und witzig geschriebener Diskussionsbeitrag (www.linkedin.com, Kurzlink https://bit.ly/3yw1lFB) in Erinnerung, der offensichtlich auf einer ICE-Fahrt entstanden ist. Ein Mitreisender gewährte dem Autor bei Tempo 300 mühelos Einblick in Studienergebnisse, die demnächst für Furore sorgen könnten. Immerhin hatte der Mitreisende seine eigene Kamera sorgfältig abgeklebt.
Ein Blick in die Kommentare mit weiteren, teils krassen Beispielen aus Bahn, Bus und Flugzeug bestätigt die eigenen Erfahrungen: Noch viel zu oft herrscht unfassbare Sorglosigkeit und es fehlt jede Spur von Awareness im öffentlichen Raum. Man fragt sich, warum. Da werden munter Betriebsgeheimnisse ausgeplaudert oder öffentlich gemacht, Befindlichkeiten mit Vorgesetzten und Mitarbeitern lautstark am Telefon diskutiert und so weiter. Manch ein Reisender erlebt dies so oft, dass er es schulterzuckend nur noch als lästig, aber irgendwie zur Normalität gehörig empfindet.
Sicherheit beginnt beim Benutzer. Dies sollte in jeder Police berücksichtigt und entsprechend umgesetzt werden. Derzeit sind folgende Methoden bekannt, die zur Realisierung des Schutzzielobjekts Anzeige dienen können:
- Sichtschutzfolien, die auf den Bildschirm aufgebracht werden können, schränken den Blickwinkel des Bildschirms so ein, dass sein Inhalt nur von der Person erfasst werden kann, die in gerader Sichtlinie vor dem Computer sitzt. Ihr Nachteil, der je nach Anforderung zu Lasten der Akzeptanz gehen kann, ist, dass sie entweder permanent angebracht sind oder die abnehmbaren Varianten zusätzlich ein weiteres Utensil darstellen, das verloren gehen oder beschädigt werden kann.
- Eine weitere Möglichkeit bietet HP bereits seit 2016 (!) speziell für Business Notebooks unter dem Namen „Sure View“ als Sicherheitsfeature an. Inzwischen hat unseres Wissens nur Lenovo im Jahr 2019 mit einem elektronischen Sichtschutzfilter namens „PrivacyGuard“ nachgezogen. Bei beiden Lösungen kann der in das Gerät integrierte Sichtschutzfilter per Knopfdruck aktiviert bzw. deaktiviert werden.
Die Vorteile der systemintegrierten Lösung liegen auf der Hand. Es wäre wünschenswert, wenn der Markt solche Ausstattungsmerkmale bei allen Notebookherstellern ab Werk fordern würde.

