Die cci Dialog GmbH lud nach der langen Coronapause zu einer zweitägigen Hybridveranstaltung in Bad Homburg ein. Hybridveranstaltung deshalb, weil die Teilnahme sowohl online als auch live vor Ort möglich war. Der Sicherheits-Berater war als Pressevertreter zwei Tage lang live vor Ort und berichtet nachfolgend darüber:
Unter der Überschrift „Zukunftsorientierte Konzepte zum Heizen, Kühlen und Lüften“ stellten unterschiedlichste Unternehmen der LÜKK (Lüftung,- Klima,- Kältebranche) klimafreundliche und energieeffiziente Konzepte und Produkte vor. Neben den informativen Fachvorträgen gab es die Möglichkeit, an den vor Ort aufgebauten Ständen die begleitende Ausstellung zu besuchen. So konnten die Teilnehmer die vorgestellten Lösungen direkt genauer betrachten und das Gespräch mit den Herstellern suchen.
Den Anfang bei den Fachvorträgen machte Marcel Riethmüller, Geschäftsführer der ecogreen GmbH & Co. KG aus Delmenhorst bei Oldenburg. Mit 1.200 Förderanträgen, die sein Unternehmen jährlich beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, BAFA, einreicht, konnte er anschaulich erklären, was über die BAFA wann gefördert wird und worauf bei der Antragstellung zu achten ist.
André Hofmeister & Jens Hannemann von Toshiba Klimasysteme & Wärmepumpen stellten ihre Klimasysteme der Reihe „SMMSu“ vor. Verbaut ist dort ein neu entwickelter 3-Fach-Rollkolbenkompressor, der eine Ölausgleichsleitung nach eigener Aussage überflüssig macht. Insgesamt soll so eine Entfernung vom Außengerät zum Innengerät bis zu 250 m möglich und bis zu 110 m in der Höhe überwunden werden können. Im Verbund mehrerer Anlagen nach eigener Aussage sogar bis zu 1.200 m.
Mitsubishi Electric Europe B.V.: Steffen Bauknecht und Karl Kroll zeigten ihre Lösung des Heizens mit niedrigen Vorlauftemperaturen, wie sie typischerweise eine Wärmepumpe liefert, im Bestand. Der Eco-Konvektor wird wie ein typischer Heizkörper an der Wand angebracht, verfügt jedoch über einen Ventilator, der die Wärme vom Heizungswasser an die Raumluft überträgt. So wird die fehlende natürliche Konvektion bei höheren Vorlauftemperaturen mechanisch erzeugt.
Swegon Germany: André Schulz stellte die mit dem natürlichen Kältemittel Propan angetriebenen Wärmepumpen des Herstellers vor und zeigte anhand eines realisierten Projekts Möglichkeiten der Abwärmenutzung im Lebensmitteleinzelhandel. Darüber hinaus machte er noch einmal auf das erforderliche Sicherheitskonzept bei der Verwendung brennbarer Kältemittel aufmerksam und verwies dabei auf die Mehrkosten solcher Anlagen von etwa 30 Prozent gegenüber Anlagen mit herkömmlichem Kältemittel.
Frau Vogelsang-Foley, Geschäftsführerin der Vogelsang Klimatechnik GmbH und Björn Koch, Key-Account-Manager der Panasonic Heating & Cooling Solutions, gingen gemeinsam auf die Vorteile und das breite Einsatzspektrum der VRF-Technik ein (heizen und kühlen) und stellten ein mit diesen Anlagen realisiertes Projekt vor. Außerdem zeigte Frau Vogelsang das Luftreinigungssystem „nanoeX“. Bisher bekannt war dessen Fähigkeit zur Geruchsneutralisation – nun soll dem System, eingesetzt in Klimasystemen, auch eine Hemmung des Coronavirus nachgewiesen worden sein.
Zum Abschluss des ersten Tages stellte Herr Kromminga der KE KELIT Klimasysteme Deutschland GmbH eine Deckenheizung vor, die durch ihre Konstruktion und die damit verbundene geringe Temperaturdifferenz ein angenehmes Raumklima, ähnlich einer Fußbodenheizung, schafft. Hergestellt aus recycelbaren Materialien kann das System auch zum Kühlen eingesetzt werden.
Der zweite Tag begann mit einem Fachvortrag von Gregor Lowinski, Geschäftsführer der Komfovent GmbH. Als Lüftungsgerätehersteller listete er noch einmal die Anforderungen an eine moderne RLT-Anlage auf und verwies auf Neuerungen der DIN EN 16798. Dazu stellte er ein RLT-System mit einer zweistufigen Wärmerückgewinnung vor und versprach Energieeinsparungen durch eine intelligente Steuerung von bis zu 30 Prozent.
Uwe Kemmer, Geschäftsführer der ClimaLevel Energiesysteme GmbH, ging auf den eigens entwickelten ClimaLevel Multiboden zum Heizen, Kühlen, Lüften und Verkabeln ein. Als Kombination aus z. B. Warmwasser-Fußbodenheizung und luftführendem Hohlraumboden nutzt der Multiboden die Estrichmasse zur Temperierung der Zuluft, die dann in der Nähe der Fenster konditioniert eingebracht wird.
Klaus-Dieter Wolf der Trox GmbH stellte Möglichkeiten der dezentralen Lüftung vor. Ausgerüstet mit Wärmerückgewinnung und in unterschiedlichsten Einbauvarianten (Brüstung, Unterflur, Decke), sollen die Geräte zukünftig zentrale RLT-Anlagen ersetzen.
Heraeus Noblelight GmbH: Christian Grau zeigte UV-Licht-Desinfektionssysteme zum Einbau in Lüftungskanälen. Die neu entwickelten Amalgam-UV-Lampen sind als Standardmodul in drei Baugrößen erhältlich und sollen auch nach 16.000 Betriebsstunden noch bis zu 90 Prozent der UVC-Leistung ermöglichen. So soll über die gesamte Lebensdauer der Lampe hinweg eine konstante Desinfektion sichergestellt sein.
Ralf Wagner von der LTG AG sprach von der „atmenden Fassade“ und stellte ebenfalls ein dezentrales Lüftungsgerät vor. Ihr eingesetzter, als Regenerator bezeichneter Wärmetauscher, ermöglicht jedoch die Ein- und Ausbringung der Zu- und Abluft über nur noch eine Öffnung bzw. einen Kanal. Das System bringt also abwechselnd Außenluft ein oder fördert sie hinaus. Das spart Energie. Eingebaut in Brüstung, Decke oder Boden, wurde das als „PulseVentilation“ bezeichnete System bereits im Jahr 2017 mit dem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Auf der Seite https://system-finder.de/ besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich in Abhängigkeit unterschiedlicher Randparameter ein Lüftungssystem empfehlen zu lassen.
Zum Abschluss des Seminars machte Thorsten Fiedel von der Helios Ventilatoren GmbH & Co KG unter der Überschrift „Neues aus der Lüftungswelt – die neue DIN EN 16798“ noch einmal auf den Zusammenhang der unterschiedlichen Normen und die Zusammenführung einzelner Normen in der DIN EN 16798 aufmerksam.
Fazit
Als anerkannte Fort- und Weiterbildungsmaßnahme der dena/BAFA- Unterrichtseinheiten (dena: Deutsche Energie-Agentur) mit Teilnahmebestätigung handelte es sich, wie übrigens alle von uns besuchten Seminaren der cci Dialog GmbH, um eine rundum gelungene Veranstaltung. Die gewählte Form der Hybridveranstaltung ermöglichte es, entweder aus der Ferne teilzunehmen oder direkt vor Ort live dabei zu sein. Fachlich versiert führte Andreas Graf-Matzner als Moderator an beiden Tagen durch die einzelnen Vorträge und die abschließende Podiumsdiskussion. Klarer Vorteil vor Ort war indes der durch die Coronazeit vermisste rege Austausch mit den Teilnehmern am Rande der Veranstaltung sowie die Möglichkeit, sich die vorgestellten Produkte direkt an den Ständen noch einmal anschauen zu können und sich vertiefend darüber zu informieren. Eine Pflichtveranstaltung für alle Planer, Betreiber, Errichter sowie Hersteller dieser Branche. Das vollständige Programm kann auf den Seiten der cci Dialog GmbH eingesehen werden (https://cci-dialog.de, Kurzlink https://bit.ly/3ONu2EU ).

