Datenschutzvorfälle passieren – sie lassen sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit vermeiden, dafür sind Angreifer zu kreativ und Soft- und Hardware zu fehleranfällig. Ganz zu schweigen von uns Benutzern, die mal unbewusst, mal aus Neugier oder aus Versehen falsch klicken. Malware schleicht sich nicht auf unsere Rechner, sondern folgt meist einer Einladung. Menschen machen nun einmal Fehler – ein schlecht programmiertes System erledigt den Rest. Wird die Datenpanne offensichtlich, sitzt der Schreck tief und der Schaden ist groß. Hat man Pech, fehlen auch die notwendigen Informationen, um die Datenschutzbehörde mit allen erforderlichen Angaben zu unterrichten.
Ursache von besonders schwerwiegenden Datenschutzvorfällen sind oft vorsätzlich begangene und schädigende Handlungen. Diese können durch eine einzelne Person erfolgen, die zu viel Rechte oder Macht besitzt, oder auch durch Gruppen.
Die Datenschutz-Grundverordnung fordert, mit technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM) für Datensicherheit und -schutz zu sorgen. Ein großes Portfolio möglicher technischer Maßnahmen steht zur Verfügung, um Schäden vorzubeugen. Aber auch ein paar Regeln können helfen, gefährliche Datenpannen zu verhindern. Wenn Sie im eigenen Unternehmen einen Prüflauf machen möchten, sollte die nachstehende Auswahl an Maßnahmen auf Ihrer Prioritätenliste ganz oben stehen.
Logfiles
Ohne Logfiles kann ein angegriffenes Unternehmen nicht oder nur sehr schwer feststellen, was geschehen ist. Unter Umständen ist es sehr schwierig nachzuvollziehen, auf welchem Weg der Hacker Zugriff erlangt hat, wie lange er Zugang zu den Systemen hatte und ob ggf. diese Türen noch offenstehen. Weder die Betroffenen noch die Datenschutzbehörde können ausreichend informiert werden, wie es das Datenschutzrecht (Art. 33, 34 DSGVO) fordert. Nutzer von Windows-Systemen sollten die Größe der Logdatei erhöhen (z. B. 2 – 3 GB) und kritische Logs für mindestens ein Jahr rückwirkend aufbewahren. Aus Datenschutzsicht führt dies zwar zu einem Konflikt zwischen Datenminimierung und Sicherheit, aber Logfiles helfen entscheidend bei der Untersuchung und Aufklärung von Vorkommnissen. Um den angesprochenen Zielkonflikt zu entschärfen, ist der Zugriff auf die Logdaten streng einzuschränken.
Administratorenrechte
Ein Admin ist im Urlaub, einer ist krank und einer ist anwesend. Personelle Redundanz bei Personen mit Adminrechten ist erforderlich, doch sollte der Personenkreis auf ein überschaubares Minimum reduziert sein. Noch strenger könnte man Domänenadministratoren-rechte reglementieren: ein Exchange-Admin oder ein Mitarbeiter des Helpdesks benötigt keine Domänenadminrechte. Des Weiteren muss nicht jeder Mitarbeiter lokale Administratorrechte besitzen. Bei Befolgen des Least-Privilege-Prinzips wird der Zugriff auf sensible Daten, Ressourcen, Anwendungen, Systeme oder vernetzte Geräte privilegiert. Das gilt auch für Administratoren.
Netzwerksegmentieren
Eine durchdachte Netzwerksegmentierung bremst Angreifer aus und verhindert das Ausbreiten eines Angriffs. Der Einsatz von Firewalls und VLANs (Virtual Local Area Networks) macht das Arbeiten zwar komplizierter und zeitaufwendiger, aber auch sehr viel sicherer. Das Risiko einer erheblichen Datenpanne und eines möglichen Bußgelds wird deutlich verringert.
Backup
Viele Unternehmen arbeiten im Blindflug knapp über der Erdoberfläche, anders gesagt: Sie haben kein aktuelles Backup von ihrem Datenbestand. Gerade ein Offlinebackup ist oft der letzte Rettungsanker, falls ein Hacker erfolgreich war oder wenn ein Fehler aufgrund eines nicht ausreichenden Patch- und Schwachstellenmanagements zum Datenschwund geführt hat. Backups sollten in regelmäßigen Intervallen erfolgen und auch getestet werden, indem man sie ins System zurückspielt. Unter keinen Umständen dürfen Backup-daten im Intranet und im Unternehmensnetz zugreifbar sein.
Multi-Faktor-Authentifizierung
Das Nutzen von Cloudanwendungen und SaaS-Dienstleistungen gehört inzwischen zum Alltag. Ebenso zu lesende Nachrichten über Datendiebstahl, -verschlüsselung und Hacking. Der Zugang zu den Daten in der Cloud ist oft leicht und unsicher. Sofern die Dienstleister eine Zwei-Faktor-Authentifizierung anbieten, sollten Sie die Möglichkeit nutzen, um einem potenziellen Schaden vorzubeugen. Schauen Sie, welche sonstigen wichtigen Dienste sich mit einer Multi-Faktor-Authentifizierung absichern lassen.
Die angesprochenen technischen Maßnahmen helfen, die schlimmsten Sicherheitslücken zu schließen. Sie sollten vorrangig geprüft und umgesetzt werden. Der Ausschluss solcher Fehlerquellen hilft, die Wahrscheinlichkeit einer Datenpanne zu verringern. Darüber hinaus ist das eigene Konzept (Datenschutz, IT, Informationssicherheit) zu überdenken. Weitere Maßnahmen müssen folgen, um Angreifer mit hinterlistigen Absichten zu blockieren.

