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Kulturgrundschutz

Aspekte der Museumsklimatisierung

Ausgabe 11/2021
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Ausgabe 11/2021
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Das Klima in einem Museum ist entscheidend für den Erhalt der darin enthaltenen Ausstellungsgüter. In Abhängigkeit der ausgestellten Objekte gilt es, jederzeit, auch unabhängig äußerer klimatischer Bedingungen, individuelle Umgebungsbedingungen sicherzustellen. Doch worauf kommt es dabei an?

Zum einen ist der Ausfall von Feuchtigkeit aus der Luft (Kondensatbildung) ebenso zu verhindern, wie eine zu hohe Luftfeuchte (mögliche Schimmelbildung), zum anderen hängen ideale Umgebungsbedingungen auch vom Ausstellungsstück selbst ab. Holz benötigt z. B. andere Umgebungsbedingungen zur Langlebigkeit als andere Naturfasern oder Metall.

Neben der Anforderung also, Grenzwerte für Luftfeuchte und Lufttemperatur zu definieren, ist es wichtig, diese Grenzwerte in einem engen Toleranzbereich zu halten. Ändern sich die Werte über einen längeren Zeitraum, z. B. über ein Jahr gesehen, fällt der Toleranzbereich für Materialien und Ausstellungsstücke größer aus als träten diese Schwankungen innerhalb eines kurzen Zeitraums auf, z. B. innerhalb eines Wechsels von Tag und Nacht. Allgemein bewegt sich daher der Toleranzbereich für Schwankungen der Umgebungsbedingungen in einem Museum im Bereich von etwa ± 5 Prozent.

Grundsätzlich können solche engen Toleranzen in einem geschlossenen System, z. B. einer Vitrine, relativ einfach sichergestellt werden. Schwierig wird es, wenn äußere Einflüsse auf das System einwirken. Und naturgemäß haben wir in einem Museum mit einer hohen Anzahl an Besuchern zu rechnen (zumindest wunschgemäß), von denen jeder einzelne Feuchtigkeit und Wärme an die Umgebung abgibt. Es gilt daher, die Umgebungsbedingungen der ausgestellten Objekte auch unabhängig der Besucher, die als Störgrößen auf das System der Umgebungsbedingungen einwirken, sicherzustellen.

Dafür wird ein System benötigt, das einerseits ortsgenau detailliert die jeweiligen Umgebungsbedingungen erfasst (Messwerterfassung), und anderseits schnell auf Veränderungen reagiert, um Schwankungen der definierten Bedingungen kurzfristig auszugleichen (Regelung und Auslegung). Dazu kommt, dass nicht nur die ausgestellten Objekte sozusagen bestimmte Umgebungsbedingungen bevorzugen – auch die Besucher möchten ein Mindestmaß an Komfort haben. Generell gelten heute etwa 20 Grad Celsius und 50 Prozent relative Luftfeuchte als akzeptable Umgebungsbedingungen.

Wie bereits erwähnt, ist es einfacher, die Umgebungsbedingungen in einer Vitrine sicherzustellen als im ganzen Museum. Ob jedoch eine Lufteinbringung über eine Verdrängungs- oder Mischlüftung erfolgt, eine Beheizung über Infrarotheizsysteme oder Heizkörper, die Befeuchtung über Hybrid- oder Dampfluftbefeuchter usw. erfolgt, muss im Einzelfall projektspezifisch entschieden werden. Es gibt eine Vielzahl von Anbietern und technischen Lösungen, es muss im Einzelfall geschaut werden, was Sinn macht.

Ausstellungsstücke in einem Museum sind Kulturgut, das es zu erhalten gilt. Unter der Überschrift „Erhaltung des kulturellen Erbes“ gibt es eine Vielzahl an Vorschriften und Normen, die Anforderungen, auch bezüglich der Umgebungsbedingen, definieren. Beispielhaft genannt sind hier die DIN EN 15757– Erhaltung des kulturellen Erbes– Festlegungen für Temperatur und relative Luftfeuchte zur Begrenzung klimabedingter mechanischer Beschädigungen an organischen hygroskopischen Materialien, oder die DIN EN 15759-2- Erhaltung des kulturellen Erbes– Raumklima– Teil 2: Lüftung für den Schutz von Gebäuden und Sammlungen des kulturellen Erbes.

Dass die Erhaltung unseres kulturellen Erbes auch bei uns in Deutschland ernst genommen wird, zeigt sich beim Beuth-Verlag (www.beuth.de). Gibt man dort die Worte „Erhaltung des kulturellen Erbes“ in die Suche ein, erhält man 330 Ergebnisse.

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